814 X. Klasse. Instrumente aller Art.
(Vergl. Barlow im kliilosopbical UnAnrino 1850. Dezember. p. 428. Dingler'spolytechnisches Journal Bd. 119 S. 108.) Ueber die Leistung konnte im.Aus-stellungsgebäude kein Urtheil gefällt werden, da wegen der Feuchtigkeit der Lust dieMaschine den Dienst versagte. Der Verfertiger giebt an, seine Maschine sei in derWirkung einer Scheibenmaschine mit 18zölliger Scheibe gleich. Nach einer Mit-theilung des Herrn Professors Varrentrapp verliert Gutta-Percha, wenn man esdurch Losen in Schwefelkohlenstoff von einer Stickstoff enthaltenden Materie befreithat, die Eigenschaft Feuchtigkeit anzuziehen.
Eine hydro-elektrische Maschine, nach Armstrong konstruirt, bereits seitmehreren Jähren bekannt, war von Watson (Newcastle-upon-Tyne ) aufgestellt(Klasse VI). Die Elektrizität wird durch Reibung des Hochdruckdampfes an denWänden des sehr engen Ausgangskanals erzeugt. Phillips (York) Elektrophor:die metallne Schüssel hat nach oben Rippen, welche auf der Oberfläche des Harz-kuchens sichtbar sind und dazu dienen, daß ein Berühren des Deckels vor dem Ab-heben nicht erforderlich ist.
k. Voltasche Batterien, Thermo - elektrische Apparate.
Die mancherlei Voltaschen Batterien boten nichts wesentlich Neues dar. Stattgläserner oder irdner Gefäße, in welche die Platten eingesenkt werden, hat man sichvierkantiger Kästen aus Gutta-Percha bedient, welche den Vortheil größerer Halt-barkeit gewähren; zu den innern Trennungsgefäßen sind statt Jrdenwaare dünneHolzcylinder angewendet worden. — Kohlenzinkbatterien waren von einer Mehrzahlvon Ausstellern geliefert, unter andern von Walker mit künstlichem Graphit ausGasretorten. Le Molt (Paris ) hat angegeben, die Kohlenstücke auf galvanischemWege mit einer Schicht Kupfer dünn zu überziehen, und die obern Theile der Zink-cylinder, welche nicht elektrisch thätig sind, zu lackiren. Grovksche Batterien mitplatinirtem Silber statt Platinblech. Als Erregungsflüssigkeit Alaunanflösung, auchLösungen von schwefelsaurer Magnesia, salzsaurem oder schwefelsaurem Ammoniak(Highton), von salpetersanrem Kupferoryd, welches beim Abbrennen von Bronzeoder Messing als Rückstand in den Fabriken gewonnen wird.
Ans Deutschland war nur ein einziger elektrischer Apparat, von Süß inMarburg , eine thermo-elektrische Batterie für höhere Temperaturen eingerichtet, zurAusstellung gesende't worden.
Man hat in neuerer Zeit das bekannte schöne Phänomen des Erglühens vonKohlenspitzen, durch welche ein elektrischer Strom fließt, Behufs Beleuchtung znwissenschaftlichen Zwecken und auch im Großen als Lichtquelle angewendet. Apparatezu diesem Behufe sind von mehreren Ausstellern geliefert worden. Allman(London ) hat einen derartigen Apparat konstruirt. Um die Kohlenspitzen, welche ^beim Erglühen durch den Zutritt der atmosphärischen Luft verbrennen, und dahersehr bald sich nicht mehr berühren, in steter Berührung zu erhalten, ist folgendeEinrichtung getroffen. Innerhalb eines aus besponnenem Kupferdraht gebildeten jOblongums schwingt eine starke Magnetnadel an einer horizontalen Achse befestigt. !Mit dem einen Pole derselben ist eine Messinghülse verbunden, welche die untereKohle trägt. Strömt nun ein elektrischer Strom durch die Drahtwindungen, so istderselbe bestrebt, die durch die Kohle niedergedrückte Nadel zu heben, und dadurch !
den Kontakt zu unterhalten. Hat endlich die Nadel die horizontale Lage einge-nommen, so kann die Kohle nicht mehr nachgeschoben werden, was eine Mangel-haftigkeit der Konstruktion ist. (Vergl. Lonäon .lournal ok srts, Dezember 1849S. 305.in Dingler's polytechnischem Journale Bd. 115 S. 424.)
Statt dessen hat Duboscq (Paris ) ein Uhrwerk angewendet, welches gleich-zeitig die untere Kohle hebt und die obere senkt. Da nun erstere, wenn sie mit deMPole in Verbindung steht, schneller verzehrt wird, die obere — elektrische