Band 
Erster Theil.
Seite
828
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828 X- Klasse. Instrumente aller Art.

Fassungen, Linsen; Mikroskope mit Kttierohr.— Lebrnn (Paris ), kleine Mikroskope.Molteni nnd Siegler, ferner Bernard (Paris ), in wohlfeiler Form, gutgearbeitet; desgleichen auch Chevalier, Duboscq-Soleil. Die beiden Letzteren,sowie Bnron, haben auch Sonnenuiikroskope geliefert, Duboscq einen elektrischenErleuchtungs-Apparat, nm bei Abend die Objekte zu beleuchten. (VergleicheSeite 814.) Eine lobenswerthe Sammlung mikroskopischer Objekte von Bonr-gogne (Paris ).

o. Zollverein .

Aus der Werkstatt von Merz (München ) ist ein großes Mikroskop hervorge-gangen, welches mit 6 Objektivsystemen, 3 Okularen, Schranbenmikrometer versehenist, und bis 1800 mal vergrößert. Nach den angestellten Prüfungen gehört es zNden bessern Instrumenten der Ausstellung, die Objektive haben aber nur eine ge-ringe Apertur:

bei -z- Zoll Brennweite 55 Grad,

- - - 85 -

Die Ausführung ist sauber und lobenswerth.

Robert (Greifswald ) hat 12 Stück Objektengläser für Beobachtungen mit demMikroskope geliefert, und zwar solche, auf denen 500 bis 8000 Striche auf 1 ZollLänge gezogen sind, andere, nm Jnterferenzspektra hervorzubringen, welche letzteredem Künstler in Preußen patentirt sind. Anf einer Glasplatte befinden sich 12 ver-schiedene Systeme sehr feiner paralleler Linien neben einander, in denselben ist derAbstand der letzteren von 0,0003375 bis 0,0001281 Pariser Linien abweichend. Ueberder Glasplatte liegt eine zweite als Deckplatte, und zwischen beiden befindet sich eineLuftschicht. Beobachtet man diese Systeme unter gewissen Vorsichtsmaßregeln untereinem Mikroskope, so erblickt man an den 7 ersten Systemen die 7 Regenbogen-farben, an den 5 folgenden keine Farben, indem die Abstände der Linien in denselbenkleiner sind, als die Länge einer violetten Lichtwelle in der Luft. Wendet man dieGlasplatte um, so daß die Deckplatte nnd die gravir-te Seite der Hauptplatte nachunten zn liegen kommen, so bilden sich wegen der ungleichen Stärke des Glaseszwischen den Linien nnd in den Linien Jnterferenzspektra; das System, welches zuerstdie Jndigfarbe zeigte, erscheint nun roth nnd die vorher farblosen Systeme sind pris-matisch gefärbt. Hieraus folgt, daß die Längen der Aetherwellen gleicher Farbe inder Luft und im Glase sich verhalten — 1,53 :1,0, d. h. gerade wie der Brechungs-inder des Glases. Die Linien müssen mit der größesten Sorgfalt gezogen werden,indem, wenn Fehler von 0,000002 Linien Werth vorkommen, anders gefärbte Streifenerscheinen. Derselbe Künstler hatte endlich noch ein Okularmikrometer mit hellenLinien auf dunklem Grunde ausgestellt. Sämmtliche Gegenstände bekunden großeGeschicklichkeit und verdienen volle Anerkennung.

Es ist zu bedauern, daß weder Schiel in Berlin noch Plößl in Wien Mi-kroskope gesendet haben, Künstler, deren Namen rühmlich bekannt sind.

Außer den vorstehend Angeführten haben Littmann (Stockholm ), Hazart(Cincinnati) und Pick (Warschau ) Mikroskope ausgestellt; die beiden letzteren Aus-steller haben weder hinsichts des Achromatismus noch der Korrektion der Aberrationetwas Genügendes geleistet.

6. Teleskope und Handfernröhre.

War die Zahl der Aussteller von Mikroskopen, wie wir vorstehend bemerkthaben, bedeutend, und die Leistungen mehrerer Künstler vortrefflich, so ist in ersterBeziehung dasselbe von Teleskopen anzuführen, in letzter aber zu bemerken, daßvon einer speziellen Prüfung der Leistungen der einzelnen Instrumente hat abgesehenwerden müssen. Es hat also nur nach dem bekannten Rufe, in welchem die einzel-