§. 244. lÄwerse ollsenrue, ferner Talbotype u. Dtignerreotyste. 837
Die bedeutenden Fortschritte seit dem Beginn der Ausübung dieses Verfahrens(Talbot machte 1828 sein Verfahren bekannt, Dagnerre, welcher tm vorigenJahre gestorben, 1840) betreffen theils den chemischen Theil der Operation, indemMan verschiedene Stoffe ausfindig gemacht hat, welche eine größere Empfindlichkeitgegen die leisesten Lichteindrücke besitzen, als die zuerst angewendeten, indem manMittel und Wege gefunden, das Bild auch auf anderen Flächen hervorzubringen undzu firiren, als auf Glas mittelst Eiweiß, Kollodium u. a. m.; theils sind sie durchdie Konstruktion der zur Erzeugung der Bilder nöthigen Vorrichtungen und derenwesentliche Vervollkommnung bedingt.
Apparate zur Hervorbringung von derartigen Bildern haben vorzüglich nurEnglische und Französische Mechaniker zur Ausstellung geliefert.
a. Englische Aussteller.
Hörne, Thorntwaite und Wood (London ) lieferten aus ihrer WerkstattVollständige Apparate zur Daguerreotypie. Alle Holzgeräthe sind sorgfältig ansNußbaumholz gefertigt, zum Zusammenlegen Behufs Mitnahme auf Reisen einge-richtet. Der Apparat zum Jodiren und Bromiren besteht aus drei Abtheilungen; inden beiden äußeren sind Glaskästen aufgestellt, in deren einem Jod. in dem andernBrom sich befindet, mit Glasplatten luftdicht geschlossen, welche, wenn die zu behan-delnde silberplattirte Platte, in einem hölzernen Rahmen eingespannt und über derdritten mittleren Abtheilung lagernd, zum Behuf der chemischen Behandlung mit denDämpfen der einen oder der andern Substanz über den einen oder den andern Glas-kasten geschoben wird, durch diese von der Stelle bewegt werden. Auf diese Weisekann keine unnütze Verdunstung der Leiden Substanzen stattfinden. Um zu sehen, inwelchem Zustande sich die zu behandelnden Platten befinden, sind die Seitenwändejener Kästen inwendig mit Spiegelplatten versehen und lassen sich aufklappen, so daßman im Stande ist, in ihnen die als Deckplatte aufgelegte silberplattirte Knpferplattezu beschauen. In der Lamera befindet sich eine Vorrichtung, um die Platte in ver-schiedenen Richtungen aufstellen zn können und den Fokus für alle Theile möglichstabzugleichen. — Für die Erzeugung von Nebelbildern waren von denselben Mechanikernsehr sauber ausgeführte Lampenmikroskope aufgestellt, mit zwei plankonvexen Linsen.
Roß (siehe Seite 826) hatte zwei (lawerae ausgestellt, welche sehr scharfe Bil-der geben sollen. Abraham (desgleichen Seite 827) Drtiioptrio und Dioptriexrismatic tantoru; eine Lampe, welche vermittelst Prismen zwei oder drei getrennteStrahlenbündel entsendet, um Nebelbilder hervorzubringen. Ferner eine Lmiwr»otzscura nach Chevalicr's Prinzipe. Charpenter und Westleh (London ) 6-uneiazu Phantasmagorieen; halbdurchschnittene Linsen. Zn dem Apparate gehörte eineMehrzahl von Darstellungen astronomischer Gegenstände zur Verstnnlichung der Him-melserscheinungen. (Vergl. Mckauics ülaZarine Vol. 55. pag. 175.) Photogra-phische Gemälde von Beard, Kilbnrn, Paine u. a. m. (sämmtlich aus London );unter diesen verdienen die von Kilbnrn hervorgehoben zu werden.
Besondere Erwähnung verdienen die Leistungen von Claudel. Derselbe hatsich jahrelang mit wissenschaftlichen Untersuchungen über das Licht und die Wirkungder verschiedenen Farben auf präpartrte Silberflächen beschäftigt (vergl. banales äeesiimio, III. 8,-rio. Dome 22 xaZ- 332). Seine ausgestellten Gegenstände warenhauptsächlich nachstehende: Eine vervielfältigende Uamei-a, um ein und denselben Ge-genstand gleichzeitig mehrfach in sehr verschiedenen Lagen (z. B- ein Portrait vonvorn und von der Seite unter 45" gewendet) darzustellen. Die präparirte Plattewird mittelst Zahnstange und Getriebe in horizontaler und vertikaler Richtung be-wegt. Ein Lichtintensitätsmeffer, zugleich auch dazu bestimmt, die Empfindlichkeitverschiedener Zubereitungen für die Einwirkung des Lichtes zu messen. Clandethat nämlich ermittelt, daß die chemische Wirkung des Lichtes mit der Intensität des-