888 X- Klafft. Instrumente aller Art.
ihrer Achse zu erhalten, so daß sie nicht an der Seite der Kämme oder Lager anlie-gen und sich nicht reiben, besteht darin, daß an dem Draht, der die Achse bildet, einSchraubengewinde cingeschnitten ist, über welches der Winkel geschraubt werden muß,bis er die Mitte der Achse erreicht hat.
Jedes Manual hatte, der leichteren Spielart halber, seine besondere Reihe vonHeberbälgen; beim Zusammenkoppclu mehrerer Manuale konnten diese natürlich vonkeinem Bestände sein.
Der Mfüßige offene Prinzipal von Holz in den größten Dimensionen stand zubeiden Seiten dieser Orgel. Gewöhnlich steht das Hanptwerk in der Fronte, dasPositiv etwas weiter zurück, und etwas höher und am weitesten zurück, wenigstensam höchsten, die Schwcllcrorgel. Die Pedalbäffe sind zu beiden Seiten der Orgelund des Schwellcrs angebracht. Das Regierwerk ist, wie schon gesagt, bei den älte-sten sowohl als den Orgeln neuester Zeit, äußerst zart in Französischer Art gearbei-tet, das größte Werk deshalb sicher und leicht zu spielen.
Die drei Klaviaturen sind bei allen Englischen Orgeln Keppklaviatnren, d. h.jede Taste bildet einen zweiarmigen Hebel, der sich in seiner Mitte auf einem Wage-balken schwingt. Jede Taste ist ferner durch hölzerne Winkel, (sgnares) mit demAbstraktnrwerk verbunden. Beim untersten Manual oder dem des Positivs greiftdas Hintere Ende der Taste direkt unter den obern Arm des Winkels oder ihrAngriff ist durch einen kürzen Stecher vermittelt. Dasselbe ist mit dem obern Kla-vier der Schwellerorgel der Fall. Die Stecher des mittleren Manuals oder derHauptorgel sind die längsten, gehen zwischen je zwei Tasten des obern Manuals hin-durch nach den Winkeln, die über der obersten Klaviatur zum Hauptwerk führen.
Der Mechanismus zum Koppeln der Klaviere unter sich und mit dem Pedaleist gleichfalls ein anderer als bei unsern Deutschen Orgeln, wie man schon aus denmannigfaltigen Koppelungen der Willisschen Orgel gesehen haben wird. Es findensich keine doppelten Ventile für die Koppelung in den Windladen, eben so ist dieKoppelvorrichtnng in den neuen Orgeln nie zwischen den Tastaturen angebracht; essind immer Winkel in einer durch ein kurzes Bogenstück beweglichen Scheide, welchedadurch an die betreffenden Abstrakten in der Orgel selbst an- oder abgezogen wer-den. Die Koppelungen für das Pedal bestehen durchweg aus Wippenscheiden mitWippen, welche durch ihre aufwärts wirkenden Stecher die Taste oder den Arm desWinkels, der mit der Taste in Verbindung steht, in die Höhe heben.
Es fällt bei ihren Koppelungen natürlich allemal die z. B. ans Pedal gekop-pelte Taste mit herunter, so oft man die Pedaltaste antritt, dagegen erlaubt dieseVorrichtung nicht allein, das Pedal mit allen den einzelnen Manualen in Verbin-dung zu bringe», sondern noch überdies eine höhere oder tiefere Oktave der Manualemit anzukoppeln und dergleichen.
So hat Gray und Davison einen Sforzando-Tritt fürs oberste Manualangebracht, der nur dadurch möglich wird, daß die Stecher des Hauptwerkes zwischenden Tasten des obersten Manuals hinter dem Vorsetzbrette in die Höhe steigen. Erhat nämlich eine WiPPenscheide mit Wippen über dem obersten Manuale hinter deinVorsetzbrette angebracht. Das eine Ende dieser Wippen steht mit den Tasten desobern Manuals durch kurze Abstrakten in Verbindung, das andere Ende wirkt aufdie Stecher des Hauptwerks, welche, wie schon gesagt, durch die Tasten des obernManuals in die Höhe steigen, wenn die Achse der Wippenscheide durch den Fußtrittan die Klötzchen der Stecher des Hanptmanuäls angedrückt wird. Hat man nunz. B. auf dem obern Manual einen Akkord gegriffen, so darf man nur den Fußauf das oben erwähnte Pedal setzen, so spricht plötzlich derselbe Akkord im Haupt-werke mit an und verschwindet natürlich wieder, sobald man den Fuß vom Tritte zieht.
Gray und Davison erhielten hauptsächlich für ihr Sforzando-Register, dasKeranlophon und ihre verbesserten mechanischen Orgeln die große Verdienst-Medaille.