Band 
Erster Theil.
Seite
859
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8-247. Orgeln. 859

Die meisten Register sowohl in alten als neuen Orgeln sind, wie schon bemerkt,mit der äußersten Sorgfalt angefertigt, im Hauptwerke und Pedale von den weite-sten Mensuren. 3» der Orgel der Town-Hall zu Birmingham hat der metallene32 Fuß im Gesichte 20z Zoll im Durchmesser; der hölzerne ist 3 Fuß breit und2z Fuß tief, enthält also 244,7 Englische Knbikfnß Lust, welche 18,732 Pfd. ^voirüuziois wiegen.

Neben der von Hill erfundenen, oben beschriebenen, Rnba mirabllis findet sichnoch ein anderes neues Register in Englischen Orgeln, dem die Erfinder, Grayund Davison, den Namen Kcraulophon gegeben haben. Es hat einen zarten, etwasstreichenden Klang und ist ein Flötenrcgister von Metall, Prinzipalmensnr, hat aber amobern Ende eine Röhre von etwa ^ der Pfeifenkörpcrlänge, welche sich über den Pfei-feukörper hin und her schieben läßt und in welcher in der Mitte ihrer Höhe einrundes Loch Von etwa z des Pfeifendurchmeffcrs geschnitten ist, dem im Pfeifcnkör-per ein Schlitz entspricht. Die sogenannte Cvncertiue ist ein ähnliches Metall-register, aber von größerer Weite. Die vierfüßige Pfeife hat die Weite des achtfüßi-gen Keraulophons; der Aufschnitt hat nur tz des Pfeifendnrchmeffcrs zur Längeund z der Länge zur Höhe.

Ein eigenthümlicher, indessen für die Engländer charakteristischer Umstand ist,daß die Verfertiger bei ihren Orgeln von der sogenannten gleichschwebenden Tempe-ratur nichts wissen wollen. Sie haben, wie vor 300 Jahren, noch immer den Wolfz. B. auf »s, so daß ein Spiel in dieser Tonart wirklich ohrenzerreißend klingt. Siebehaupten,, durch die Temperatur verlören-die übrigen Tonarten an Schärfe, undeben deshalb ertragen sie lieber das schreckliche Geheul in ci«, tis, gis.

Von Deutschen Orgeln fand sich blos eine ausgestellt von dem bekannten Orgel-bauer Joh. Friedr. Schulze aus Panlinzelle, bei Erfurt . Sie war sehr einfachgebaut, neben den glänzenden Französischen und Englischen Werken von sehr beschei-denem Aussehen, aber auch Wohlseil (im Preise 2450 Fl.) und dennoch vortrefflich.

Schulze hatte, um die Kosten zu verringern, wie Vogler in seinem Simpli-fikationssystem, die Gesichtspfeifcn durch blinde oder falsche ersetzt; die klingendenPfeifen standen deshalb in derselben Ordnung wie die Skala des Klaviers, wodurcheine Verführung der Abstrakur nnnöthig wird, also Wellcnbrctter oder Rahmen ent-behrlich werden. Bei den Zungenwerken hatte Schulze die Krücke festgestellt, da-gegen den Messingrahmcn, der die durchschlagende Zunge trägt, mittelst einer Schraubezwischen dicht angezogenen ledernen Schranbenmütterchen verschiebbar gemacht. Da-durch ist eine Verstimmung des Zungenwerks durch Veränderung der Stellung derKrücken nicht leicht möglich. Schulze nahm ferner seine Mirtnr von sehr weiterMensur und suchte überhaupt dem ganzen Werke so viel Wind als nur möglich zugeben, mehr als nöthig war, was einen sehr tiefen Fall.der Tasten bei einen, ver-hältnißmäßig sehr kleinen Werke verursachte. Reben der Maunalkoppcl war aucheine Oktavenkoppel, wie in Englischen und Französischen Orgeln, angebracht, wo-

durch bei den höher« Töne»

die tiefern Oktaven

mit gingen. Die Disposition die-

ser Orgel ist folgende:

' 1.

Hauptwerk.Prinzipal. . .

8 Fuß.

2.

B ordnn . . .

18 -

3.

Gamba . . .

8 -

4.

Hohlflöte. . .

8 -

5.

Gedackt . . .

8 -

8.

Oktave . . .

4 -

7.

Mirtnr öchörig.

2 -

8.

Trompete. . .

8 -