Band 
Erster Theil.
Seite
860
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860 X- Klasse. Instrumente aller Art.

Positiv.

9.

Geigenprinzipal. .

8 Fuß.

10.

Lieblich gedackt. .

16

-

11.

- - . .

8

-

12.

Querflöte....

8

-

13.

- ....

4

-

14.

Prinzipal....

4

-

Pedal.

15.

Oktavbaß....

8

-

16.

Posaune ....

16

-

17.

Subbaß ....

16

- aus dem Manual-Bordun.

18.

Violonbaß . . .

8

- - - Prinzipal.

19.

Flötenbaß . . .

8

- - der Hohlflöte.

Die Wirkung des vollen Werkes war sehr brillant in Hinsicht auf das verhält-nißmäßig kleine Werk. Am schwächsten war der Pedalbaß. den gravitätischen weitmensurirten Englischen Werken gegenüber, da das Pedal nur zwei selbstständige Stim-men hatte und die Basis des Pedalbaffes, der Subbaß, aus dem Manual genommenwurde. Die Orgel erhielt ihrer schönen Stimmen halber, bei großer Wohlfeilheit,eine Preismedaille.

Noch ist eine Vorrichtung von Ducci, aus Florenz , zu erwähnen, welcher beieiner sehr kleinen und sehr ingeniös und eng zusammengebauten Zimmerorgel einen16füßigen Subbaß im Pedal anbrachte, indem er dem Pfeifenkörper in seiner Tiefezugab, was ihm in der Länge und Breite mangelte. Die einzige Subbaßpfeife,welche alle Intervalle einer Oktave angab, bildete und füllte den Raum oder dieDimensionen der Bank aus, auf welcher der Organist sitzt. Nach Art der Flötenwar die geduckte kastenförmige Pfeife an den Seiten mit Klappen versehen, welchemittelst der Pedaltasten aufgezogen wurden, und so kam es, daß eine einzige Pfeifedie ganze IKfüßige Oktave gab. Daß der Ton in eben dem Verhältniß, als diePfeife an Tiefe zunimmt, schwächer wird, versteht sich von selbst, und der VersuchDucci'S, bei einem sür'S Orchester bestimmten ähnlichen Instrumente, das er Ba-ryftate nannte, und welches das 32füßige 6 gab, den schwachen Ton durch einenim Pfeifenkörper vibrirenden Stimmstock zu verstärken, gab kein sehr angenehmesResultat, obgleich sich Rossini günstig für das Erperiment anssprach. Von denübrigen kleinen Orgeln der Ausstellung ist kaum eine Erwähnung zu machen.

Von viel größerer Bedeutung als bei uns sind in England die mechanischenOrgeln, große Drehorgeln, deren man sich nicht allein bei den großen Diorama'sstatt eines Orchesters, sondern in entfernten kleinen Orten auch in der Kirche be-dient. Referent kannte selbst in einem schottischen Dorfe den Schmid, der an Sonn-tagen die Stelle des Organisten au einer großen Drehorgel versah, welche die tref-fenden Choräle besser spielte als mancher Englische Organist auf dem Lande. Auchin der Ausstellung befand sich ein achtfüßiges Werk dieser Art von den schon einmalangeführten Orgelbauern Gray und Davison, welches einen vortrefflichen Tonbesaß, mit einer mechanischen Vorrichtung zum Einstellen eines neuen Chorales derWalze. An der Seite nämlich war eine Tafel mit dem Kerzeichniß der Choräle,die die Orgel spielte. Dieser zur Seite war ein beweglicher Zeiger, der blos aufirgend einen der angegebenen Choräle gerückt zu werden brauchte, um die Orgel denbezeichneten Choral spielen zu machen. Eine andere von H. Bryceson zeichnetesich durch Mannigfaltigkeit in der Registrirung und durch eine Vorrichtung zur Rc-gulirung der Tempis aus. Der Preis mit drei Cylindern ist von 35 bis über100 Guineen. Die Jury erkannte dem Verfertigen eine Preismedaille.

Eine chromatische Orgel, auf welcher alle Harmonien rein gegriffen werdenkonnten ist ein sehr sinnreiches Werk aber musikalisch unbrauchbar. Der Verfertigt