K. 248. Tasteninstrumente, durch Wind ,'n Bewegung gesetzt. 861
dieser Orgel, T. I. F. Robson, die Per rollet Thompson erfunden hatte, er-hielt dafür von der Jury eine Ehrenerwähnung.
Eine andere mechanische Orgel, bei welcher statt der bcstifteten Walzen Bogenaus Kartenpapier successive eingelegt wurden, welche an der Stelle der Stifte durch-löchert waren nach Art der Pappen bei den Jacquard-Webstühlen, wird wohl derSonderbarkeit halber auch noch eine Erwähnung verdienen, da solche Karten leichteranzufertigen sein müssen als Walzen, und da ihr Verfertiger C. Davison auch vonder Jury eine Ehrenerwähnung erhielt.
Daß der Mechanismus zur Transposition auch bei Orgeln häufig angewendetgewesen sein wird, ist gleichfalls leicht einzusehen. Ein Modell dieser Art war z. B.von Förster und Andrews aus Hüll ausgestellt, welches den Ton um 5 Halbtönehöher oder tiefer transponirte; dieselben hatten auch eine Sammlung von allenOrgelpfeifen ausgestellt, die sich in Englischen und auch Deutschen Orgeln befinden,und T. F. Roome aus London , Verfertiger von Metall-Orgelpfeifen, Muster vonTrompeten, Hoboen, Krummhorn, Flöte, Prinzipal, Gamba und Keranlophou.London allein besitzt 41 Orgelbauer und drei Verfertiger von metallenen Orgel-pfeifen.
Zwei mechanische Zimmerorgeln von G. Spiegell)alter u. Comp., in Lon don residirend, mit 6 Walzen oder Cylindern. Der Mechanismus ist vortrefflichund die Abwechslungen find mannigfaltig und reizend. Er hat sein InstrumentEuterpion genannt.
Eine Deutsche Firma aus dem Schwarzwald (Baden) Wehrle u. Steuert,hatten gleichfalls ein recht schönes Instrument dieser Art mit vier Walzen aufgestellt,das von der Jury eine Ehrenerwähnung erhielt.
>) In Matthesons Lritics Uusica ist von einem schwellenden Register in derSt. Magnuskirche zu London die Rede, „dessen Ton immer stärker wird, je längerman aushält". „Ich weiß aber nicht" sagt Adlung 1767 „wie das geschiehet".
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b. Tasteninstrumente, bei welchen frei schwingende me-tallene Zungen durch Wind in Bewegung gesetzt werden.
Zu den Orgeln können wir jene Tasteninstrumente gesellen, bei welchen freischwingende metallene Zungen durch den Wind in Bewegung gesetzt werden. DieseInstrumente, denen allen die sogenannte Mundharmonika unserer Straßenjugend zuGrunde liegt, haben seit ihrer Erfindung durch den Bayerischen RentamtmannEschenbach, der ihnen den Namen Aeoline gab, unter den mannigfaltigstenNamen und Zuthaten die Reise durch alle civilisirte Länder gemacht und sich auchunter die Zahl der Orgelregister festgesetzt. Ihr erster Name war Aeoline um182», dann Aeolodion. Voit in Schweinsurt machte endlich Aeolodikon dar-aus. Häckel baute 18Z6 ein ähnliches Instrument und hieß es Ph Y sharmonika.Unter den Händen der Franzosen erhielt es den Namen Orgue expressive, kauvr-tzue u. dgl., von den Engländern die Namen Seraphine, Harmonium, Aeolophon,Aeolomusikon u. s. w.
Da bei durchschlagenden Zungen die Stärke des Tones von der größer» odergeringern Elongation der schwingenden Zungen abhängt, diese aber durch vermehrteGeschwindigkeit des die Zungen in Bewegung setzenden Windes hervorgebrachtwerden kann, so läßt sich bei diesen Instrumenten ein crescendo und Decrescendohervorbringen, das dem Ton einen besondern Reiz verleiht. Der Ton dieser Zungen