Band 
Erster Theil.
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863
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§. 248. Tasteninstrumente, durch Wind in Bewegung gesetzt. 863

und Comp. bringen. Es enthält S Oktaven, einen Kompressions-Balg, ist 8 Fuß5 Zoll hoch, 3 Fuß 5 Zoll lang und 10 Zoll tief. Zusammengeschlagen bildet esein Kästchen Von nur 10^ Zoll Höhe, 81 Zoll Länge und 10 Zoll Tiefe. Es besitztnicht die Kraft der Müllerschen Reiseorgel, ist aber von schönem Ton und ausge-zeichnet fleißig gearbeitet. Er erhielt die Preismedaille.

Unter den Englischen Aeolodikonmachern ist Georg Lnff und Sohn mitseinem Patent-Harmonium wohl vor allen hervorzuheben. Es besitzt zwölf Register-züge, große Kraft und Abwechslung in den Stimmen, so daß es auch für KirchenPaßt, dabei ist der Preis nicht zu hoch für England, nämlich 43 Guineen.

Als Kuriosität kann erwähnt werden R. Snells Achromatische Seraphim.Sie besitzt zwei Reihen von Zungen oder eine doppelte chromatische Skala, also24 Töne in jeder Oktave um keiner Temperatur zu bedürfen und jeden Akkord reinzu erhalten. Man drückt nur ein Pedal nieder, welches dem Ton entspricht, auswelchem man spielt.

Da bei diesen Instrumenten jede Zunge einzeln bearbeitet und dann immer mitdem metallenen Rahmen durch ein mechanisches Mittel, Schrauben und Querbalkenin Verbindung gebracht werden muß, was zn Veränderungen in der Länge derZunge, und also znr Verstimmung Veranlassung giebt, so hat I. Storer inLondon in seinem Aeolophon, kercussion Jeolomnsicon genannt, Zunge undRahmen aus einem Stücke Stahl verfertigt. Gegenwärtig ist indessen der Ton vonnicht sehr ausgezeichneter Qualität. Daß auch bei diesem Instrumente der Me-chanismus für Transposition angewendet wurde, bedarf kaum einer Erinnerung.P. Tremanr aus Charcery hatte ein solches Harmonium ausgestellt, das durchalle Töne einer ganzen Oktave transponirt. Von Deutschen Firmen war blos eineigentliches Aeolodium, Melodium für 219 Rthlr., zur Ausstellung gekommen. DerName des Ausstellers ist Jak. Deutschn,ann aus Wien . Er hat von der JuryeineEhrenerwähnnng" erhalten.

Die einfachste und beschränkteste Art des Acolodikons ist das Handäolodikonoder Akkordio», auch»eigentlich hie und da Harmonika, in der höchsten Vollendungvon den Engländern Cvncertina genannt. Diese Instrumente sind gewöhnlich rektan-gnlär, 10 bis 12 Zoll lang ,e. Der Körper bildet einen verlängerten Laternenbalg,in dessen einer oder auch beiden Decken in kreisförmigen Vertiefungen die Zungendes Aeolodikons liegen, von dicht schließenden Klappen bedeckt. Während die Händeden Balg in Thätigkeit setzen, öffnen die freien Finger die Klappen, dadurch die An-sprache der Töne bewirkend.

Diese Instrumente bilden einen bedeutenden Maunfaktnrzweig und sind in derletzten Zeit nach Englischem Vorgänge auch in Deutschland sehr vervollkommnet undan -Umfang bereichert worden. Die größten Fabriken dieser Art befinden sich inOesterreich , und Steinkellner aus Wien hat sich einen bedeutenden Ruf er-worben. Er hatte unter Nr. 164 eine große Auswahl von Akkordions und Concer-linas ausgestellt; ebenso Reinisch, gleichfalls aus Wien . Der Ton von Stein-kellner schien Referenten den Vorzug zn verdienen. Am schönsten in Ton und amsorgfältigsten in der Arbeit waren die von C. Zimmermann aus Karlsfeld beiEibenstock in Sachsen , der auch chromatische Konzert-Harmonikas ausgestellt hatte,Baß- ,md Tenor-Harmonikas, Akkordions bis zn 40 Tönen, gleichfalls die vonWagner und Comp. aus Gcra, die noch überdies auch in ihrem Aeußer» sehrglänzend ausgestattet waren. Bei den Deutsche » Fabrikanten ist die ausgedehnteManufaktur und der wohlfeile Preis dieser Instrumente vor allem zu berücksichtigen.

Zur höchsten Vollkommenheit indessen hatte der Engländer Wyeatstone dieseskleine Instrument gebracht, welches wirklich als Konzert-Instrument neben manchemähnlichen Instrumente auftreten kann, weshalb es von Wheatstone auch Concertinagenannt worden ist. Statt der rektangnlären hat er den Balgplatten eine achteckige