s- 249. Deutsche imd Schweizerische Piaiwforte's. 878
Schied in aper nud Sohn, ans Stuttgart , erhielten eine Preismedaille fürihren ncn privilegirtcn repetirenden Mechanismus — einen abgeänderten Broad-wv vdschen.
Nach Erardscheu. Vorbilde gebaut, stand obenan von Gebaut)r ans Königs-berg ein auch im Aenßern reich ausgestattetes Flügelinstrnment. Erhielt eine Preis-medaille, An diesen reihen sich an: I. B. Klcmnis ans Düsseldorf ; Dien-doune: und Blädel aus Stuttgart , erhielten von der Jury ehrenvolle Erwäh-nung für ihren Flügel; Gerh, Adam in Wesel,
Alle diese Instrumente waren nach früheren Erardscheu Instrumenten und inihren Theilen nicht in den gegenwärtig üblichen größer,, Dimensionen ausgeführt,auch war der Anschlag und die Rcpetition höchst wahrscheinlich wegen der so emflnd-lichen und zusammengesetzten Erardschen Mechanik, die in einen, andern Klima sichselbst überlassen war, nichts weniger als vollkommen befunden worden,
A„S Hamburg lieferte C, H, Schröder ein flügelförmigeS Piano in Erard'sletzter Manier, Nach der Ausführung und den Verhältnissen war es wohl die besteNachahmung der Erardschen Instrumente, Allein die Mechanik, so sorgfältig sieauch gearbeitet war, repetirte nicht gut, eben so war der Anschlag rauh und unsicher.Es hätte auch hier nur wieder des Meisters bedurft, der die einzelnen Theile derMechanik durchgegangen hätte; so aber blieb das Instrument ohne Preis, erhieltjedoch eine Ehrenerwähnnng, Ein Scmi-Cottage-Piano von H, Ruhms, in Al-tona, hatte gleichfalls, nach Pape's und den, Amerikanischen Prinzipe, einen voll-kommen geschlossenen eisernen Rahmen als Saitenhaltcr und zeichnete sich bei gute»,Ton durch die merkwürdige Beständigkeit seiner Stimmung ans. Die Jury sprachfür das Instrument eine Ehrenerwühunug aus,
B, Gnricke, in Zvssen, bei Berlin , hatte einen Patcntflügel ausgestellt, mitResonanzboden nach unten, wie wir schon bei den Herz scheu Instrumente» ans Pa-ris erwähnten, Bon Schott, in Mainz , fand sich gleichfalls ein Stutzflügel ausZebraholz für 400 Fl. von sehr dünnem Tone,
Tafelförmige Pianv'ö hatten ausgestellt, wie schon erwähnt: I, B, Schied-mayer, aus Stuttgart , für 300 Fl, Er erhielt auch eine Preismedaille, Thcvd,Heitemayer, aus Münster , ein Patent-Qncrpiauoforte; hatte auch die Saiten ge-kreuzt, beim 6 anfangend, wie wir dies schon bei den Englischen und Französischen Piano's erwähnten, Fr, Dörner, aus Stuttgart , ein Qucrpiano von Polisander-hvlz zu 360 Fl. Richard Lipp, aus Stuttgart , zwei Instrumente dieser Art,Aufrecht stehende Semi-Cottage's und Piccolo's wurden ausgestellt von I, B,Schiedmayer, ans Stuttgart , zu S00 Fl, Zeitcr und Winckelmaun, ansBraunschweig, Gerh, Adam, aus Wesel , mit schiefer Saitenstellniig, Von KarlScheel, aus Kassel , fand sich ein Piccolo vor,
Bon Oesterreich befanden sich vier Aussteller:
I, Schneider, ans Wien, Flügel, Kasten eingelegte Arbeit. Wiener Me-chanismus, zu 1700 Fl,
I, Pottje, aus Wien , Flügel zu 1320 Fl,
Hora, aus Wien , Flügel, Die Saiten waren an eisernen Schienen angehängt,die von der Saitcnhalterplatte ausgingen, Vortheil in Beziehung auf Ton wurdeindessen auch dadurch nicht errungen. Preis 540 Fl,
I. Vlaskh, aus Prag , Flügel, Preis 600 Fl.
Sämmtlich gute Wiener Instrumente, I, Pottje und Schneider scheinenden Vorzug zu verdienen.
Im Prunkzinimer stand von Seusfcrt, ans Wien , ein prächtig ausgestattetesPiccolo mit Transposition in Wühlarbeit, reich mit Bronze verziert, zu 5000 Fl,Die reiche Ausstattung war wohl das Vorzüglichste an diesem Instrumente,