§. 56. Sohlleber.
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mcn; auf ihm wird eine Haut ausgebreitet und mit Lohe bestreut, aufdiese eine zweite gelegt und ebenfalls mit Lohe bestreut; dann kommt einedritte, vierte u. f. w. bis die Grube voll ist. In dem Maaße als derBretterboden mehr und mehr durch die daraus gelegten Häute belastetwird, muß er tiefer sinken; hierdurch steigt die unten befindliche Lohbrühein die Höhe und dringt zwischen die mit Lohe oder Gerbestosfpulver be-streuten Häute. Es wird die Wirkung dieses Gcrbestofses aus die nochungegcrbten Theile der Haut um so kräftiger und rascher werden, als dieHaut, selbst nicht besonders belastet, dem Eindringen des Gerbemutels kei-nen Widerstand entgegensetzt. Diese Gcrbcmcthodc wird also naturge-mäß rascher vor sich geben, als diejenige wo, wie in den Rheinprovinzen,die Häute fest zusammengepreßt in den Gruben sich befinden.
Aber die aus der Ausstellung befindlichen Englischen Sohllcdcrsind alle fest, biegsam und elastisch, während die Rheinländer wenn sie, stattihr Leder zu versetzen, sich blos der Gcrbcbrübe bedienen wollten, nurschwammiges, loses Leder und durchaus kein geschlossen festes, wie es derGebrauch verlangt, erbalten würden. Dies erklärt sich folgendermaßen.
Die Englischen Gerber verwenden, wie bereits angeführt, niemalsalte saure Lohbrühe, sondern stets nur mit frischem weichem Wasser be-reitete sehr kräftige Lohertraktc; diese Lohcrtrakte werden die Häute indem Moment des Gerbens zusammenziehen und fest machen, während diesauren Brühen der Rheinischen Gerber die noch ungegcrbten Theile derHaut auflockern und aufschwellen; nur durch die spätere Pressung derHäute in den Gruben gelingt es ihnen, diesen die nöthige Dichtheit mitElastizität verbunden zu verschaffen. Wir behalten uns vor, bei Betrach-tung der Rheinischen Sohlleder selbst, aus Vorstehendes nochmals zurück-zukommen.
Den Weg in der Englischen Abtheilung fortsetzend, bemerken wir,daß die Englischen Lederfabrikantcn Köpfe, Beine und Seitenstücke der beiihnen gearbeiteten Häute gewöhnlich nicht zu gerben, sondern nach demEnthaaren abzuschneiden und an Leimsicder zu verkaufen Pflegen, daherdie auf der Ausstellung befindlichen Sohl- sowohl als auch andere Lederzum größten Theil nur den eigentlichen Kern der Häute oder der Lederbilden.
Solche Kernsohlleder hat I. Sguire aus Laschsort ausgestellt undbestehen selbige tbeils aus Englischen rohen Häuten, theils aus solchendie von Buenos Apres bezogen worden sind. Die Englischen Häute sindmit einem Gemisch von gleichen Theilen Dividivi, Gambeer und Valonia,die aus Buenos Apres dagegen mit Belgischer Eichenrinde gegerbt.
T. Holmes in Hüll brachte zur Ausstellung Stücke und Riemenvon in Lohe gegerbten Wallroßhäutcn in einer Stärke von 1 bis 1 ^ Zoll.Diese Ledcrftücke sind nicht allein zu Schuh- und Stiefelsohlcn, sonvcrnauch zum Beziehen von Polirrollen bestimmt, von welchen letzteren mey-