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§. 56. Sohlleber.
eine vollkommnere als die der Nordamcrikanischen; außerdem sind letzterevom Metzger sehr verschnitten und von dem Gerber so schlecht gereinigt,daß auf der Aasseite der Häute noch eine Masse von dem Gerbemitteldurchdrungenes Fleisch, braunen Lappen ähnlich, hängt. Die ^ Sohl-leder dagegen, welche ebenfalls aus Bucnos Ayres Ochsenhäuten be-stehen, scheinen, ihrer hcllbräunlichen Farbe nach zu urtheilen, mit Eichen-rinde gegerbt. Wenn auch von diesem Gerbemittel vollkommen durch-drungen, so sind aber diese Lcdev so weich und lose, daß wir deren Ver-wendung zu Schuh - und Sticsclsohlen kaum möglich erachten.
Frankreich brachte Leder in großer Auswahl zur Ausstellung undunter demselben sehr viel Beachtcnswerthcs. In dieser Abtheilung be-sprechen wir das eingesandte Sohllcder; da dasselbe aber von keinemFabrikanten, ohne von Bache begleitet zu sein, ausgestellt worden ist, sofassen wir auch dieses mit auf.
Ehe wir über die einzelnen Ausstellungsstücke verhandeln, wollenwir über die in Frankreich übliche Fabrikationömethode ein Näheres an-deuten. Die in Frankreich gebräuchliche Art der Fabrikation des Sohl-leders weicht in mehrfacher Beziehung von der anderer Länder ab. Süd-amerikanische zu Sohllcder bestimmte Häute werden gesalzen und die ausFrankreich selbst abstammenden werden grün, d. h. frisch und ungetrocknetbezogen. Ihre Enthaarung wird nicht wie in England durch Kalk, son-dern durch Schwitzen bewerkstelligt. Es werden nämlich die vorher mitWasser behandelten, rein gewaschenen Häute in einem geschlossenen Raumaus Hausen gesetzt; sie erwärmen sich dadurch und ein gewisser Grad vonFäulniß tritt ein, wodurch die Haare der Häute mit Leichtigkeit sich los-lösen lassen. Die Häute werden dann einer geringen Schwellung insaurer Lohbrühe unterworfen, leicht abgefärbt und versetzt. Sind sie voll-kommen gar, was man mit der Rinde der jungen Eiche bewerkstelligt, sowerden sie auf Tafeln ausgereckt und zum Trocknen auf Böden gebracht.Zur Hälfte abgetrocknet, werden sie dann den Schlägen eines mit einerMaschine bewegten messingenen oder kupfernen Hammers nach allen Sei-ten hin ausgesetzt und endlich ganz ausgetrocknet. Das Klopfen derHäute bezweckt eine Vermehrung der Dichtigkeit derselben unter Vergröße-rung deren spezifischen Gewichtes, — eine Arbeit, die in Deutschland inder Regel die Schuhmacher selbst vornehmen. Das Französische Sohl-leder ist durchschnittlich Heller in Farbe als das Englische und Rheinische;es ist fest und elastisch, ohne so hart als namentlich das Englische zu sein;es ist daher mit dem Messer nicht so schwer zu durchschneiden als dieses.
Unter Bache verstellt man ein aus leichten Kuhhäuten bereitetesSohlleder, dessen man sich vorzüglich zum Besohlen von Damcnschuhenbedient. Die Bereitung dieser Ledersorte ist eine ziemlich einfache und be-steht dieselbe darin, daß die Häute durch Kalkäschcr enthaart, dann vondiesem sorgfältig gereinigt, schwach abgefärbt und bis zur vollkommnenAusgerbung in Gruben versetzt werden. Darauf werden sie mit WasserII. 17