Band 
Zweiter Theil.
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258
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258 XVI. Klasse. Leder und Leberwaaren, Pelzwerk und Häute.

von dem anhängenden Lohschlcim und der Lohsäure möglichst sorgfältiggereinigt, auf der Tafel ausgereckt und zum Trocknen gebracht. Halbabgetrocknet wird das Ausrecken auf der Tafel wiederholt und dann aus-getrocknet sind sie zum Verkauf fertig. Die zur leichten Schuhbesohlungnöthige Festigkeit mit Elastizität verbunden ermangelt ihnen nicht, und wer-den sie, namentlich wenn sie vom Kalk vollkommen gereinigt waren, einegewisse Zartheit besitzen, welche dem Schuhmacher gestattet den Sohlender von ihm gefertigten Schuhe ein -glattes sammtartiges Ansehen zuverschaffen.

Nach dieser Erklärung über die in Frankreich übliche Methode derSohlleder- und der auch in Deutschland geltenden Art der Vachcbereitung,wollen wir zur Betrachtung der von Frankreich eingesandten Sohl - undVachcSleder übergehen, wobei uns ganz im Besondern auffallen muß, nursehr wenig ganzen Häuten, sondern meistens Kernstücken derselben, also Le-dern zu begegnen, an denen Kopse, Beine und Seitenstücke abgeschnittenworden sind und die man aufs sorgfältigste mit Glanz versehen hat.Beides sind Dinge, die, wie wir ein Solches auch schon bei Besprechungder Englischen Erzeugnisse andeuteten, in der Praris nicht, sondern ebennur auf Ausstellungen vorkommen. Will ja doch auch das Sohllederdurch schönes Aussehen sich empfehlen.

Die Französischen Aussteller in Sohl- und Vachesleder sind:Dezaur-Lacour in Guisc, Gebrüder Estivant in Givet , A. Pcl-tereau in Chateau-Renault , Brisvn jun. in Rcnnes, C. F. Herren-schmidt in Straßburg, F. Peltereau jun. in Ebateau-Renault ,Rouget, Söhne und Comp. in Ehatenan bei Nantes , GebrüderLandron in Mcung an der Loire und E Eorniquel in Bannes

Da alle diese Fabrikanten ein dem angegebenen ähnliches Gerbever-sahrcn beobachten, so werden naturgemäß die von ihnen ausgestelltenProdukte mit wenig Ausnahmen auch dieselben sein; wir haben alsonicht nöthig auf Einzelne näher einzugehen und es wird die Angabe genü-gen, daß die Leder, hervorgegangen aus den Fabriken der Herren Pel-tereau zu Ehateau-Renault und E. F. Hcrrenschmidt in Straßburg ,zu den in Frankreich am meisten geschätzten gerechnet werden.

Die Preußischen Rhcinlande, Belgien und die Schweiz befolgen, wie dieses die ausgestellten Sohl- und Vachesleder auch besagen,bei Fabrikation derselben einerlei Methode. Die inländischen zu dieserLedersorte bestimmten Häute beziehen sie mehrentheils in grünem, frischem,die Südamerikanischcn aber alle in trockenem Zustande. Sämmtliche zuSohlleder bestimmten Häute werden durch Schwitzen von ihren Haaren be-freit; sie werden alle mittelst saurer Lohbrühe einer mehr oder wenigerstarken Schwellung unterworfen und unmittelbar darauf in Gruben trockenversetzt. Sobald ein Solches geschehen ist, wird die Grube mit sauerer Loh-brühe vollgefüllt, das heißt abgetränkt. Nach vier bis sechs Monaten