Band 
Zweiter Theil.
Seite
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§. 56. Sohlleder.

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werden die Häute aus den Gruben herausgenommen und mit frischerLohe bestreut und wieder in dieselben zurückgebracht, wo sie, je nach ihrerDicke, unter drei-, vierfach wiederholtem Wechseln und jedesmaligem Be-streuen mit frischem Lohepulver so lange verbleiben, bis sie von demWerbemittel, daS in diesen Ländern ohne Unterschied nur in junger 15-biö 18jährigcr Eichenrinde besteht, vollkommen durchdrungen sind.Wenn solches geschebcn ist, dann werden die Häute aus den Gruben ge-nommen; mit einem stumpfen Besen wird die auf und an ihnen hängendeLohe abgekehrt, Kops und Füße der Häute werden umgebogen und danndie Leder zur Trocknung gebracht, worauf eine sehr große Sorgfalt ver-wendet wird, da es sich beim Trocknen gar oft nicht um die ganze Haut,sondern nur um deren Oberfläche handelt. Die in diesen Ländern er-zeugten Baches werden genau so gearbeitet, wie wir ein solches bezüglichFrankreich angegeben haben.

Nachdem wir nun in kurzen Umrissen angedeutet haben, welchesVerfahren man in den Rheinlanden, in Belgien und in der Schweiz beiFabrikation der Sohlleder einhält, gehen wir zur Betrachtung der einzel-nen Ausstellungsstücke über:

Aus den Preußischen Rheinlanden und aus Deutschland überhaupt findet sich diese Ledersorte eingesandt von I. W. Buschmannin St. Vith, M. Berres in Trier , H. Oberconz ebendaher, und vonI. Hellmann in Neckar -Steinach.

Aus Belgien von Bauchan de Bare in Namur , C. Massenin Huy, I. L. van Alleiner in Vpern, G. Dubois in Binche undI. Boone in Alost .

Aus der Schweiz von Johann von Jakob Hausser inWädenschwyl, Im Hof und Söhne in Basel , F. Kapeller inFrauenfeld, L. Rauchlin in Genf und Spengler in Hassli.

Um allen und jeden Mißdeutungen im Voraus zu begegnen, dieuns vielleicht erwachsen dürften, wenn wir, wie wir es zu thun beabsich-tigen, offen und unverholen uns über die Qualität der Leder vorstehendbezeichneter Fabrikanten aussprechen, müssen wir bemerken, daß wir dieUntersuchung der Leder im Monat Juli, also zu einer Zeit vorgenommenhaben, wo sämmtliche Leder schon drei Monate in der Ausstellung befind-lich, mithin vollkommen ausgetrocknet gewesen sind. Daß nun ein ebenaus der Grube kommendes, kaum mehr als oberflächlich abgetrocknetes,also noch ganz frisches Sohlleder in seiner Qualität, seinem Ansehen undseinem Schnitte unendlich weit von einem vollkommen ausgetrockneten,vielmehr ausgedörrten verschieden ist, weiß jeder Lederkenner.

Die Erzeugnisse der Belgischen Fabrikanten sind größerentheilö schönund vollkommen gegerbt, dicht und elastisch, ohne brüchig zu sein.

Ihnen in Qualität gleichkommend, oder doch wenig nachstehend, sinddie Schweizer Sohllederfabrikate.

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