Band 
Zweiter Theil.
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260
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260 XVI. Klaffe. Leber »nb Lcderwaaren, Pelzwerk und Häute.

Die Rheinischen und Deutschen Erzeugnisse dieser Art fanden wiraber, wir sagen dieses mit großem Bedauern, den vorstehend erwähntennachstehend.

Wir fanden sie zum Theil nicht vollkommen auSgegerbt, zum Theil vonungewöhnlich dunklem Kern und Schnitt, beinahe Alle aber so hart undbrüchig, daß eine Messerklinge sie kaum zu durchdringen vermochte.

Nun sind wir bei Prüfung und Untersuchung dieser Leder gleichsamvon selbst auf die Frage gekommen: ob die Lohsäuren mit denen sie be-handelt, mit denen sie aufgetrocknet worden sind, vielleicht zerstörend aufdie Tcrtur der Häute eingewirkt haben möchten? Ob der ursprünglichglatte Schnitt der Häute und ihre natürliche Biegsamkeit nicht auch wäh-rend ihrem AuSdürren auf der Ausstellung geblieben wären, wenn man,aus der Grube genommen, dieselben mit Wasser ausgewaschen, sie dadurch von der ihnen anhaftenden Säure befreit und dann getrocknet hätte?

Der auffallend scharfe, saure Geruch, welchen vorzugsweise gradediese Leder entwickeln, deutet von selbst aus eine fortgesetzte Wirkung ebendieser Lohsäurc bin; um diese Wirkung ganz unschädlich zu machen, giebtes wohl nichts Einfacheres als Entfernen der Säure durch Wasser, unddaß der Lcderfabrikant einen etwaigen Gewichtsverlust nicht durch einenhöheren Preis des so verbesserten Erzeugnisses ersetzt erhalte, daran zwei-feln wir keinen Augenblick.

Aus Oesterreich war von Sohlleder nichts zur Ausstellung ge-kommen, und würden wir dieses in besonderem Grade bedauert haben,wenn unö nicht durch eingeliefertes Schuhwerk Gelegenheit geboten wor-den wäre, auch seine Leistungen in dieser Ledersorte kennen zu lernen.In Oesterreich werden beinahe ausschließlich uur inländische frische Häutezur Fabrikation des Sohlleders verwendet. Diese werden durch Schwitzenvon ihren Haaren befreit in einer sauren Gerstcnschrotbrühe zum Schwellengebracht, mit grobgemahlener oder geknickter Tannenrindc abgefärbt und inGruben versetzt, indem man dann statt mit Lohe, sie mit pulvcrisirtenKnoppern bestreut. Das auf diese Weise erzeugte Leder hat eine grün-liche Farbe, ist hart und spröde, also wenig elastisch, aber sehr dicht; esist daher mehr für schweres als leichtes Schuhwerk geeignet.

Die nun noch von P. CalotaS in Syra in Griechenland , G. I.Roosegaardc in Zütphcn (Holland), T. Eh. Breets in Lissabon (Portugal), Gebrüder Dario in Turin, I. Kvorzoff in Moskau (Rußland), Pck. Gribanoff in Kaluga (Rußland) und von der Türki-schen und Aegyptischcn Regierung sowohl in Kernstücken als in ganzenHäuten eingesandten Sobl- und Bacheslcder bieten wohl manches Be-achtenswerthe, jedoch nicht so viel, daß ein näheres Eingehen hieraufnöthig wäre.

Bon den für Gerberei bestimmten Wildhäuten erwähnen wir noch derdurch Nicholai und Eomp. zu London eingesandten Häute des Ame-rikanischen Büffels (IIo8 Ilisoii americamis) eigentlich nicht ein Büffel,