8.57. Sattler-, Geschirr- u»b Oberleder, auch Sticfelschäfte;c. 2ß1
sondern mehr dein Auerochsen verwandt, doch in Nordamerika allgemeinBuffalo genannt. Dieses Thier wird in ungeheueren Mengen von denNordamerikanischcn Indianern erlegt, lediglich der Zunge, der Haut undder Buckel wegen. Die Indianer sollen eine eigenthümliche Methode ha-ben, die Haut mittelst des Gehirns des Thieres zu bereiten; in bereite-tem Zustande wird sie eingeführt. In den letztem Jahren ist diese Büf-selhaut in Europa mehr in Gebrauch gekommen.
Auch in der Indischen Abteilung befanden sich zahlreiche Büffel-und Kuhhäute, Ziegen- und Rchfelle aus Bengalen, Fisch- und Eivcchsen-bäute, robc und gegerbte Felle von Nennthieren, Büffeln, Stieren,Tiger», Gieeta'r,, wilden Katzen, Ziegen, Schaafcn, Rehen, Elephantenund Bisons aus MadraS.
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Sattler-, Geschirr- und Oberleder, auch Stiefelschäfte u. dgl.
Alle diese Lederartcn werden von größerer Weichheit und Mildeverlangt, als die in der ersten Abtheilung besprochenen Sohl- undVachcslcdcr. Die Art ihrer Darstellung weicht dabcr von jener darinab, daß die zu dieser Ledersorte bestimmten Häute und Felle ohne Unter-schied mittelst Kalkäscher enthaart werden, daß sie bis zur genügendenAuflockerung darin verweilen, daß man möglichste Sorgfalt auf derenReinigung von Kalk verwendet, und daß man sie entweder ganz in Loh-brühe gerbt, oder erst dann versenkt (Englisches Verfahren) oder versetzt(Französisch-Deutsches), wenn ein Tbcil der Häute und Felle durch dieLohertrakte schon in Leder verwandelt ist. Es bekommen diese Ledermitbin in den Gruben die Pressung nicht, welcher die Sohlhäutc ausgesetztwerden, und folglich müssen sie nach ihrer völligen Ausgerbung auch mehrWeichheit und Milde als Sohlleder ausweisen, selbst abgesehen davon,daß man sie niemals fertig stellt, ohne sie mit mehr oder weniger Fettgetränkt zu haben, und ohne ihrer Zurichtung eine besondere Sorgfalt an-gedcihcn zu lassen.
Dem Englischen Fabrikanten kömmt nun, bei Verfertigung vonZaum-, Geschirr- und dergleichen Leder, die vorzügliche Beschaffenheit derin England gewonnenen Kuh- und Ochsenhäute zu gut; indem die be-treffenden Thiere unendlich viel besser als in andern Ländern, namentlichDeutschland , genährt werden, liefern sie nach ihrer Schlachtung Häute, dieviel kerniger, geschlossener und kurzfaseriger als diese sind. Es gehörtdaher zur Seltenheit, in England gegerbte Häute anzutreffen, welche anihren Scitcntheilcn doppelhäutig sind, während den Fehler dieser Doppel-bäutigkeit beinahe alle Deutschen größeren Häute mehr oder weniger ansich tragen. Bei Fellen von Thieren, welche, wie die Kälber, lediglich mitMilch ernährt worden sind, dürfte ein Unterschied gleich dem bei denHäuten wohl nicht merkbar sein oder besonders hervortreten.