Band 
Zweiter Theil.
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262 XVI Klasse. Leber und Leberwaaren, Pelzwcrk und Häute.

Der größere Theil dieser Leder wird von Sattlern n. s. w. in ihrernatürlichen Lohfarbe verarbeitet; es wird dieselbe hellbräunlich gewünscht,und muß der Lederfabrikant, um eine solche Farbe hervorzubringen, einebesondere Sorgfalt auf ihre Reinigung vom Kalk verwenden, wäbrend erzum Gerbemittel nur junge Eichenrinde gebrauchen kann, da ältere einedunklere Farbe erzeugt, und andere Gerbestoffe durch ibre Eigenthümlich-keit, der Lust ausgesetzt nachzudunkeln, fast ganz unbrauchbar sind. Ist esdoch eine bekannte Sache, daß Zäume und Sättel, angefertigt aus Leder,das mittelst Weiden-, Birken- oder Tanncnrinde gegerbt worden ist,sehr bald ihre ursprünglich hellbräunliche Farbe in eine röthlichc ver-wandeln.

Wer den auf der Ausstellung befindlichen Ledern eine besondereAufmerksamkeit geschenkt und dieselben genau untersucht hat, der wirdwahrgenommen haben, wie unendlich weit die Engländer von den Fran-zosen in ihrer Ledcrbereitungsweise verschieden sind, und wie die Englän-der ganz besonders in jenen Artikeln erzelliren, wo sie über die ausge-zeichnete Beschaffenheit ihrer großen Häute zu gebieten vermögen, währenddie Franzosen in den Ledern überwiegen, bei welchen es, äbnlich dem Kalb-leder, vorzugsweise auf Handarbeit und Geschicklichkeit in der Zurichtungankömmt; der Deutsche hält zwischen diesen beiden ungefähr die Mitte.Für solche Leder, nämlich Kalbfelle und Sticfelschäfte, ist England daherauch ein ganz bedeutender Markt, und kann man behaupten, daß eingroßer Theil der in der Englischen Abtheilung befindlichen SticselschästeFranzösisches Fabrikat, oder aus in Frankreich gegerbten Fellen inEngland bierzu hergerichtet worden sei, gleich wie dieses, mit den in dieserAbteilung befindlichen Wichsledern (schwarz gewichsten Kalbfellen, vemixeires) der Fall ist. Nach diesen Andeutungen werden wir nicht nöthighaben auf die Produktionen der einzelnen Aussteller einzugehen, sondernuns begnügen, deren Namen hier anzuführen und nur das Wichtigere,Beachtungswerthcre besonders hervorzuheben.

Englands Aussteller in den beregtcn Ledersorten sind: I. Lup-ton in Bradford, N. Buse in London, Gebrüder Hogarth in Cork ,E. Rheam in Hüll, W. Stockill in London , Hemsworst und Lin-ley in London, I. B. Read in Penryn, Southey und Comp. inLondon , Lambert und Sohn daselbst, Veralt und Sohn daselbst,Cozens und Greatrir in Walsall, E. Tombs in London und I.Rossard eben daher.

Bezüglich Read in Penryn haben wir anzuführen, daß derselbevier gewöhnliche Kuh - und Ochsenhäute, aus der Lohe aufgetrocknet, ein-gesandt hat. Wenn nun auch diese vier Häute an und für sich garnichts Besonderes darbieten, so können wir aber doch nicht unterlassen an-zudeuten, daß diese Häute zu der Masse jener gehören, die in EnglandsLandstädten und Dörfern von Haaren befreit, getrocknet und dann auf