8. 57. Sattler -, Geschirr- und Oberleder, auch Sticfelschäftc ;c. 263
den Londoner Markt gebracht werden, um von dasigen Lederfabrikantenfertig hergerichtet zu werden. Die auf diese Weise und in diesem Zustandemit dem Französischen Namen en crout«; oder mit dem Englischen in tlrecrust bezeichneten, alljährlich nach London kommenden Häute belaufen sichauf Viele Tausende.
CozenS und Grcatrir in Walfall haben zur Ausstellung ge-bracht: Viereckige Kernstücke von Sattcltaschen-, Zaum- und Steigbügel-leder, SechundSfellc für Kälber (Einfaßleder) und zwei Schweineleder,sämmtlich in Heller lohbrauncr Farbe. Alle diese Leder sind von vortreff-licher Gerbung und Zubereitung, so daß sie unbedingt für die schönsten derganzen Englischen Abtheilung erklärt werden müssen.
Die Englischen Kolonien brachten ebenfalls Mehrcreö, dasin diese Lederklasse gehört; dieselben bieten aber nichts Beachtenswertstes,bezüglich schöner Arbeit oder vorzüglicher Leistung; es sind nur einigeNovitäten von da eingesandt worden, die wir einer nästcren BesprechungWerth halten.
Die von Kanada herüber gekommenen gewichsten Kalbfelle desI. Allo, sowie schwarze Geschirrhäute von Murray, Beide in Montreal ,sind sämmtlich in Hemlockbark (Schierlingstannenrinde) gegerbt; aberweder die röthlich - braune Farbe ihrer Gerbung noch ihre Zubereitungbietet etwas Empfehlenswertheö.
Die von E. H. Tetu in Ouebcck eingesandten 12 Stück halbenHäute vom Felle des in den Nordmeercn vorkommenden Meerschweiness?orpoi5t-) dagegen sind einer näheren Besprechung werth. DieseHäute in der Größe von kleinen Kuhfcllen sind ebenfalls mittelst Hemlock-rinde gegerbt und auf der innern Seite geschwärzt. Als Leder zum ersten-mal nach Europa gekommen, zeigen dieselben, daß man vor dem Gerbendie Haarseite abgenommen und die Fleischseite rein geschabt hat, daß siemithin nichts Passenderem als einer gegerbten Schwarte zu vergleichen sind,welche so viel Stärke und Zähigkeit besitzt, daß es einer großen Anstren-gung, bedarf um einen von der Haut abgeschnittenen einige Linien breitenRiemen zu zerreißen. Zu bedauern aber ist es, daß man über den Preisdieses Leders nichts anzugeben wußte; bei einem billigen Preise dürftedieses ganz ungewöhnlich starke Leder bezüglich seiner Verwendung zuSchuh oder Sticfeloberleder viel Beachtenswerthes bieten.
Thomas Hall in Sidney auf Neu-Süd-Wales und I. G.Reeves in Hobarttown aus Van Diemensland stellen neben einigenschwarzen und braunen Kuh- und Ochsenhäuten eine namhafte ZastlKangoroo-Felle (Kängurust, Springhase) aus, die ebenfalls als etwasNeues unsere Aufmerksamkeit erregt haben. Diese Felle sind sämmtlichnach den Hinterfüßen zu breit, an den Vordcrfüßcn schmal und habendie Größe kleiner Kalbfelle. Das Gerbemittel, mit welchem sie behandeltworden sind, konnte uns nicht genau angegeben werden; der ziemlichhellbraunen Farbe wegen, welche die Felle besitzen, halten wir dasselbe je-