264 XVI. Klasse. Leber und Lederwaaren, Pelzwerk und Häute.
doch für das aus der Rinde einer älteren Eiche. Diese Leder kommentheils geschwärzt, theils gewichst und theils in Naturfarbe vor und sindsämmtlich für Schuh- und Stiefel-Oberleder bestimmt. So weit wirdieses Leder zu untersuchen vermochten, erschien es uns dauerhaft, zähe undbrauchbar; die Preise desselben kannte man nicht.
Aus den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika , undzwar von Pratt in Prattsville bei New-Aork, waren außer den bereitsbesprochenen Sohlhäuten auch einige in Hemlockbark gegerbte Kalbfelleeingesandt worden. Nach Angabe Pratt's war deren Gerbungsprozeßin zwei Monaten vollendet. Sie sind uns allerdings vollkommen durch-gegerbt erschienen; ob aber dieser Schnellgcrbungsmethode Werth beizu-legen ist, vermochten wir nicht zu beurtheilen, da die Leder nicht fertig ge-stellt, sondern lediglich aus der Lohe aufgetrocknet gewesen sind.
Aus Frankreich haben 28 verschiedene Lederfabrikanten dieserKlasse angehörende Erzeugnisse eingesandt. Sechs derselben ausgenom-men, brachten alle Andere blos Stiefelschäste, gewichste und braune Kalb-leder, sowie dergleichen e„ eroutv (aus der Lohe aufgetrocknete) zurAusstellung.
Wie schon früher beobachtet, so lassen wir auch hier die Nameualler dieser Aussteller folgen, und besondere Leistungen des einen undandern von ihnen besprechen wir dann darauffolgend. Berthiot inParis, Budin daselbst, Gebrüder Carriere in Amiens , Dezeaur-Latour in Guise, Dubois und Sohn in Bordeaur, V. Duport inParis, Fieur, Sohn sen. und Comp. in Toulouse , GebrüderPaillart in Paris, Fortier-Beaulieu in Bercy , C. F. Herren-schmidt in Straßburg, C. Corniquel in Vannes , Pouvet in Esson-nes, R. Legal in Chateaubriand, L. F. Merlant in Nantes , Trouve-Cultiver und Comp. in Suze, P. Brison sen. in Renncs, Cour-tepee-Duchesnay in Paris, Goube-Pierache in Douai , E. Man-son in Nantes, L. Robaut in Douai, H. Suser in Nantes und in LaMorinibre, Leven und Sohn in Paris , Ventujol und Schassangin Paris, I. Vincent in Nantes, S. Simon in Lyon , Soucin-Corbet in Chaumont, I. Guillot in Paris und A. I. Reulosebendaselbst.
Wie Deutschland und England gewisse Gegenden und Städtehaben, wo einzelne Gewerbzweige gleichsam ausschließlich betrieben wer-den, so ist es auch in Frankreich . Und daß der ausschließliche Betriebsolcher Gewerbszweige dem Betriebsplatze die Macht verleihet, besser undbilliger zu arbeiten als Andere, steht um so mehr außer aller Frage, alser auch eben diesem Platze ein Renommee verschafft, gegen das die Kon-kurrenz nur äußerst schwierig ankämpfen kann.
Die stärkste Seite der Französischen, dieser Abtheilung angehörendenLedermanufaktur ist nicht sein Leder für Geschirr und Sättel, — ein