Band 
Zweiter Theil.
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266
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266 XVI. Klasse. Leder und Lebcrwaaren, Pclzwerk und Häute.

Stück tariren. Sie werden sämmtlich daselbst gegerbt und fertig gestellt.Die dafür nöthigen Felle, mehr in leichteren Sorten als die zu Milhauund Paris gearbeiteten bestehend, werden vielfach aus dem NordenDeutschlands , Dännemark u. s. w. bezogen, und wird das daraus darge-stellte Produkt größerentheils den Amerikanischen und überseeischen Märk-ten zugeführt. Unter den Lederfabriken der Stadt Nantes stebt diejenigedes Herrn H. Suser oben an; man schätzt die Zahl der bei ihm dasJahr über gearbeiteten Kalbfelle auf 100,000 Stück und mehr, undgiebt an, daß die bei ibm gegerbten dünneren Felle im halbfertigen Zu-stande an Pariser Lederfabrikantcn verkauft, die dickeren dagegen zu Wichs-leder verarbeitet, für den Erport bestimmt werden.

Die von Herrn Suser auf die Ausstellung gebrachten Kalbfelle sind,wie wir solches schon erwarten dursten, zart und milde gearbeitet, ha-ben schöne Qualität und tiefe Schwärze.

Von Budin in Paris und A. I. Neu los ck-rnK-her, sind vier-eckige Kernstücke von Pferdehäuten zur Ausstellung gebracht worden, undhaben dieselben den Zweck, zu Hintertheilen bei Sticfelschäftcn verwendetzu werden, wofür diese Leder sich ganz besonders eignen, da sie beimWichsen des StiefelwcrkS eine Glätte und einen Glanz annehmen, dieman nicht leicht einer anderen Ledcrsorte in gleichem Grade beizubringenim Stande ist.

L- Robaut in Douai , Goube Pierache ebendaher, E. F. Her-ren schmidt in Straßburg, Gebrüder Paillart in Paris , babenneben anderen Ledersorten auch eine Anzahl egal gearbeiteter Riemen vonKuh - und Nindleder ausgestellt, welche bei Woll- und Baumwollkratzenibre Verwendung finden und denen man ihrer guten Beschaffenheit wegeneinen höheren Werth beilegt; man schätzt sie höher als gleiche in anderenLändern fabrizirtc Leder.

V. Duport in Paris , hatte eine Kuriosität zur Ausstellung ge-bracht, deren wir ihrer Originalität wegen besonderer Erwägung thun.Duport ist nämlich Besitzer einer Häutespaltmaschinc und hat er mebrereauf seiner Maschine gespaltene Häute, in dem Narben und dem Aasstückbestehend, zur Ausstellung geliefert. Unter denselben befindet sich nunEine, welche, mit grüner Farbe angestrichen, den Zweck haben soll einBillardtuch zu ersetzen. Ob sie dieses nun wirklich vermag, bringen wirhier nicht zur Sprache, sondern wir wollen nur der Art und Weise er-wähnen, wie Herr Duport diese Haut dargestellt bat. Eine an sich schonsehr große und starke Haut wurde, vom Schweife anfangend, durchschnit-ten und damit fortgefahren bis zu den Vorderfüßen. Es wurde danndie nun durchschnittene aus zwei egalen Flächen bestehende Haut ausein-ander geschlagen, wodurch in halber Dicke eine Haut dargestellt wordenwar, welche nabe die doppelte Größe der zum Spalten gebrachten erlangthatte. Daß darauf folgend zur Herstellung einer vollkommenen Egalitätnoch einige Nacharbeit gethan werden mußte, ist wohl selbstredend. Da-