Band 
Zweiter Theil.
Seite
267
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tz. 57. Sattler-, Geschirr- und Oberleder, auch Stiefelschäfte :c. 267

von aber, daß die bei Duport im Gebrauch befindliche Spaltmaschineetwas ganz Außerordentliches leistet, giebt die mittelst derselben dargestelltemonströse Haut einen sprechenden Beleg.

Aus Oesterreich hatten sich bezüglich dieser Leder-Klasse an derAusstellung bctheiligt: F, Messeener in Rculle in Tyrol, I. I. Pol -lack und Söhne in Prag , I. Seykora in Alderkostelcr in Böhme»,A. H. Süß in Wien und F. Wolf in Hcrrmannstadt, Die von diesenAusstellern eingebrachten Haute und Felle bestanden in einigen Rinds-häuten und in mehreren Dutzend brauner, schwarzer und gewichster ge-wöhnlicher Kalblcder.

Belgiens Ledcrfabrikantcn brachten mehreres dieser Klasse ange-hörende zur Ausstellung, das wir der Beachtung in besonderem Gradewerth gefunden haben.

Aussteller aus diesem Lande waren: V. Taillet in Brüssel , H. I.Fasbendcr ebendaher, A. Bouvy in Lüttich , L. Gore; und Sohn inBrüssel und A. I. Boone in Alost . Die von diesen Fabrikanten einge-brachten Leder bestehen in leichten und schweren braunen Kalbfellen, inWichsscllen, in Stiefelschäften und in einigem Leder für Sättel, Zäumeund Geschirre. Der Aussteller dieser letzten Sorten ist H. I. Fas-b end er in Brüssel . Erwähnen wir der von ihm eingebrachten Kern-stücke, einer halben braunen Zaum- und einer halben braunen Sattel-taschen-Haut, als recht gut gearbeitet, nur vorübergehend, so verweilenwir dagegen desto länger bei der von ihm gefertigten halben schwarzenGeschirr- und dergleichen Zaumhaul. Die Gerbung dieser ^ Häute, dieSchwärze und Zurichtung derselben hat uns in so besonderem Grade an-gesprochen, daß wir keinen Anstand nehmen, sie für die schönste Arbeit indieser Art auf der ganzen Ausstellung zu erklären.

A. I. Boone in Alost , dessen wir schon bei der Besprechung derSohlleder erwähnt haben, brachte außer diesen auch Wichskalbfelle,Vachetten zu Wagcnverdecken und Stiefelschäfte zur Ausstellung. DieFabrikation von Vachetten und Stiefelschäften dieses Hauses, eines derältesten und bedeutendsten Belgiens , wird immer noch in großem Umfangbetrieben und wird man nicht ohne Interesse erfahren, daß der Vater desjetzigen Geschäftsinhabers es gewesen ist, welcher vor 50 Jahren unge-fähr zuerst mit der Fabrikation von Stiefelschäften sich beschäftigte, ja alsErfinder derselben anzusehen ist. Es wurden diese Artikel dem Heldender damaligen Zeit zu Ehren Souwarow - Schäfte benannt, und auf derinnern Seite mit dem Buchstaben I. U. (Jaqucs Boone) bezeichnet, erlang-ten sie eine Verbreitung über beinahe alle Theile der Welt.

Aus dem Zollverein und Norddcutschland hatten dieserLeder-Klasse angehörend ausgestellt: C. F. Grützmacher Söhne inStettin, I. L. H. Lietzmann in Rummclsburg bei Berlin , Krämerund Baldamus in Magdeburg , Cahen-Leudesdorsf in Mühlheim