268 XVI- Klaffe. Leber und Lcdcrwaarcn, Pelzwcrk und Häute.
am Rhein, Wittwe Weber in St. Vith bei Malmcdy, H. Oberconzin Trier , Mercklinghaus und Wer in Barmen, Jgnaz Mayer inMünchen, I. P. Friedrichs in Norden in Hannover , G. D. Bantlinin Reutlingcn in Württemberg, Gustav Scheibe in Gera in Sachsen ,H. L. Scheibe ebendaselbst, Franz Enke ebendaselbst, Mayer,Michel und Dcningcr in Mainz , Paul Mayer ebendaselbst,(5. W. Roth in Frankfurt a. M., I. A. Roth Söhne ebendaselbst,Gebrüder Fedcrer in Frciburg, D. Wamosy in Hamburg undWittwe Meyer in Warncmündc bei Rostock .
Das Lcdcrfabrikgcschäft von Mayer, Michel und Deningerin Mainz nimmt unter den Deutschen unbezwcifelt den erstell Rang einund wir sagen wohl nicht zu viel, wenn wir anführen, daß es auch vonkeinem zweiten weder in England noch in Frankreich an Umfang rindBielfältigkeit der Leistungen übertreffen wird; denn es erzeugt alle dieLcdersorten selbst, die wir sonst nur vereinzelt angetroffen haben oder nochantreffen. An Umfang reihte sich ihm an das Geschäft von von E i ch -that zu München , welches unter der Firma Jgnaz Mayer betriebenwird. Die übrigen auf der Ausstellung vertretenen Deutschen Lederfa-brikgcschäfte beuten immer nur einzelne Branchen auS, wie wir dies auchin England, Frankreich, Belgien u. s. w. fanden.
Die von den Deutschen Ausstellern eingebrachten Sattel-Taschen,Zaum-, Geschirr- und Schweincledcr sind zum größeren Theil sehr fleißiggearbeitet. Die Farbe der angeschwärzten Leder ist durchschnittlich Hellerals die der Englischen, aber es feblt ihnen jenes Kernige, Markige undKurzfaserige, was die Englischen Erzeugnisse gleicher Art so sehr aus-zeichnet. Das Verdienst, ein Leder mit solchen Vorzügen auf den Marktzu bringen, kömmt aber nicht dem Englischen Arbeiter, sondern der Naturzu gut, welche ihm die roben Häute mit den erwähnten Eigenschaften lie-fert. Die in Deutschland vorkommenden Häute sind, wie wir dieses auchschon vorgehend angeführt haben, vermöge der von England verschiede-nen NahrungSwcise des VichcS, bei weitem mehr lose, grobfaserig undschwammig; das Leder der Deutscheit Häute bat mehr seinen Sitz imRücken, während die Seiten dessen beinahe ganz entblößt sind.
Die von den Deutschen Fabrikanten ausgestellten braunen und ge-wichsten Kalbleder, Stieselschäste u. s. w. betreffend, so finden wir darinbei weiten: größere Abweichungen in den Leistungen der einzelnen Erzeu-ger, als es bei dem Sattel- und Geschirrleder der Fall war. Bei denWichslcdern fanden wir beinahe durchgchendS saubere und fleißige Ar-beit; zu unserm Bedauern vermißten wir diese aber bei den Sticselschäf-ten, noch mehr aber bei einem großen Theil der braunen Kalb - undRindsledcr. Daß doch der Deutsche von der alten Gewohnheit nichtlassen und seinem Leder durch eine Neberladung mit Fett die nöthigeWeichheit verschaffen will. Die Strafe dafür folgt aber auch auf demFuße; denn wie manches sonst recht schöne braune Kalbfell, wie manche