270 XVI. Klasse. Leder und Lederwaaren, Pclzwerk und Häute.
Mit Umwandlung des Thranes in orudirtes Fett oder, was dasselbeist, mit der Fabrikation von Degras befassen sich in neuerer Zeit mehrereHäuser in Paris, Niort und Amieno. Der Deutsche Vcrfertiger vonOberleder, Stiefelschästen u, s. w. beziehe von ihnen solchen Thran,schmiere damit seine Leder, und wir übernehmen sehr gern die Garantie,daß dann sein Produkt, mit gleichem Fleiß wie das Französische bearbeitet,gegen dieses nicht mehr zurück, sondern ihm ganz gleich stehen wird.
Will). May er'ö, in Warnemünde bei Rostock , Angaben zur Kon-servirung der Häute und Felle auf langen Seereisen oder längerem Lagerin Magazinen wollen wir nicht unerwähnt lassen, da denselben vielleichtein praktischer Nutzen abgewonnen werden kann. Derselbe hatte nämlicheinige rohe Häute und Felle auf ihrer Fleischseite mit rohem Holzessig be-streichen unv dann in ein warmes dunkles Magazin bringen lassen.Daselbst längere Zeit aufbewahrt und dann untersucht, zeigten sie sichgänzlich frei von Motten, Schaaben und dem Wurm, also frei von jenemUngeziefer, das rohen Fellen und Häuten sonst so großen Nachtheil zu-fügt. Diese mit Holzessig bestrichenen Häute wurden dann dem gewöhn-lichen Gerbungsprozcß unterworfen, und sowohl die mit Lohe als die mitAlaun behandelten zeigten nach ihrer Fertigstellung, daß der Holzessigganz ohne Einfluß auf ihr Leder geblieben war, wovon die aus der Aus-stellung befindlichen Proben sprechende Belege abgaben.
Nachfolgende Fabrikanten aus der Schweiz hatten sich mit Sattel-,Geschirr- und Schuh-Oberleder an der Ausstellung betheiligt: Rey-mond jun. in Morges , Müller und Eomp. in Arau, V. Gissigerin Lausen, Im Hof und Söhne in Basel, I. I. Mercier in Lausanne und L. Baichlin in Genf .
Die aus der Schweiz eingesandten Leder, bestanden, wie wir diesesschon allgemein angedeutet haben, in schwarzem Geschirr-, braunem Sat-tcltaschen-, desgleichen Rind- und Kalbleder, in schwarzen Wichskalbfellenund in Stiefelschästen.
Unser Urtheil über diese Lcdcrsortcn ist im Allgemeinen ein günsti-ges; besonders hervorzuheben vermögen wir jedoch nur die Erzeugnissevon I. I. Mercier in Lausanne . Derselbe vertritt das unbezweifeltgrößte und älteste Ledcrfabrikgeschäst der Schweiz . Die bei ihm fabrizir-ten Leder umfassen eine bedeutende Mannigfaltigkeit, denn es sind außerden verschiedensten Kalbledcrsorten und Stiefelschästen, auch Saffiane,Alaun- und finnische Leder. Seine Wichskalbleder und Stiefelschäfteim Besondern genießen einen bedeutenden Ruf, und finden dieselben inItalien sowohl als in England raschen Absatz.
Rußland's Aussteller der eben in Rede befindlichen Lederklassesind: I. Kousosf und Sohn in Petersburg, T. Ozerosf in Koursk ,Podsossofs und Sohn in Nyni-Novogorod, Skvorzoff in Moskau ,Satournin in Novogorod und A. Boudelin ebendaher.