§. 58. Lackirte Leder.
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Was dieselben zur Ausstellung gebracht haben, besteht in halbfertigenRindhäuten, in rothen und schwarzen Juchten, in braunen und schwarzenKalbfellen, in Stiefelschäften und in dergleichen mit den Haaren gegerbt.Die rothen Juchten sind nichts anderes als das bekannte Russische Pro-dukt; die übrigen Gegenstände bieten nicht so viel, daß wir ihrer beson-ders zu erwähnen bätten; nur Skvorzofs aus Moskau ist es, bei dessenAusstellungsgegenständen wir einige Augenblicke verweilen wollen. ESist dieses der Aussteller der schon früher angedeuteten aber nicht näherbesprochenen Sohlenleder. Diese Leder, in viereckigen Kernstücken be-stehend, sowie die braunen Kalbleder und angeschwärzten Stiefclschäfte,erschienen sämmtlich mittelst Birken- oder Weidenrinde gegerbt. Sie sindsehr weich, glatt und zart, allein den Sohlleder-Kernstücken mangelte einevollkommne Gerbung, und dabei sind alle diese Leder so lose und offen,daß sie mit Leichtigkeit Wasser aufnehmen und einsangen, wodurch sieselbst aussprechen, daß weder von dem Sohl - noch dem Oberleder einigeDauer sich erwarten läßt.
Aus Spanien hat L. I. Vignaur in Barcelona neben lackirtemLeder einige braune Kalbfelle eingesandt, deren wirklich sehr vortrefflicheGerbung und Bearbeitung uns sehr angesprochen hat.
Aus Portugal, und zwar von D. C. Fialho in Lissabon , liegenebenfalls einige braune Kalbfelle vor, die recht gut bearbeitet sind.
Aus Dänemark und namentlich durch P. L. Petersen in Ko-penhagen sind gleichfalls einige halbe Kalbfelle eingeliefert worden.
Was nun endlich die dieser Klasse angehörenden Ledererzeugnisseaus Aegypten, der Türkei und Britisch Ostindien betrifft, so liegenvon diesen Ländern zwar große Massen vor, doch nichts, das wir einernäheren Besprechung Werth halten.
§. 58 .
Lackirte Leder.
Die Kunst, lackirtes Leder so zu bearbeiten, daß es biegsam, geschmei-dig, d»uerhaft, vollkommen trocken, nicht klebend, schön schwarz und glän-zend werde, gehört erst der neuesten Zeit an, und erst seitdem ist es mehrund mehr steigendes Bedürfniß geworden, Fußbekleidung von lackirtem Le-der zu tragen, Wagenverdecke und Wagenbekleidungen und viele andereGegenstände aus lackirten Häuten zu bereiten. Die Fabrikation solchenLeders hat sich deshalb jetzt schon über alle Theile der Welt verbreitet, undwenn auch nicht mit gleicher Vollkommenheit, so findet sich doch beinahevon jedem Lande der Erde lackirtes Leder auf der Ausstellung. Der Neu-heit des Gegenstandes ist es ganz besonders zuzuschreiben, daß eben jederFabrikant sein Erzeugniß dem Publikum vorgelegt hat, so daß nicht leicht