292 XVI. Klasse. Leder und Lederwaaren, Pelzwerk und Häute.
Dieselbe ist keine andere als die auch bei Tüchern angewendeteHammerwalke, nur mögen die Hammer der Lederwalke etwas schwererals die der Tücher sein, und weniger rasch als bei dieser sich bewegen.
Alle die zu sämisch bestimmten Leder werden mit rohem Fischthranbestrichen zur Walke gebracht; die Schläge ihrer Hammer auf die Lederbewirken eine fortwährende Umdrehung derselben in dem Walkloche.Durch diese immerwährende Bewegung tritt alsbald unter den mit Thranimprägnirten Fellen und Häuten eine Erwärmung ein und aller zuvornoch auf ihrem Aeußeren sichtbar gewesene Thran dringt hierdurch indas Innere der Häute und verbindet sich mit ihnen auf chemischem Wege.Die jetzt mit Thran durchdrungenen und erhitzten Leder werden dann ausden Walkkufen herausgenommen, gelüstet und leicht abgetrocknet. Dar-aus wird die ganze eben angedeutete Prozedur noch cinigemale und solange wiederholt, bis die Felle und Häute gänzlich mit Thran gesättigtsind; ist dieser Punkt erreicht, dann werden sie gänzlich ausgetrocknet undin erwärmten Stuben auf Haufen gesetzt. Unmittelbar hierauf beginnendiese Haufen von Innen heraus eine bedeutende, immer mehr zunehmendeHitze zu entwickeln, die selbst bis zur Entzündung übergehen würde, wennman es sich nicht angelegen sein ließe, durch immerwährendes Umdrehenund Lüsten diese Erhitzung zu modcrircn. Endlich aber hört dieseWärmeentwickelung, welche bei dem Sämischgerben mit dem Ausdruck„Abfärben" bezeichnet wird, gänzlich auf und erscheinen sodann die dieserProzedur ausgesetzt gewesenen Häute und Felle mit einer harzähnlichcnSchmiere überzogen, deren Entfernung vermittelst schwacher heißer Pott-oder Holzaschenlauge jetzt Ausgabe des Sämischgerbers wird. Dann ge-trocknet, ist die eigentliche Gerberei des sämischen Leders beendigt. Mitdem Messer durchschnitten, werden die Leder egal gelb und, auf der äuße-ren Seite befühlt, weich und zart und nicht im geringsten fettig sein. Diehieraus noch folgende Arbeit ist ein Bleichen der Leder an der Sonne,Schlichten, Stollen, Färben u. s. w.; — alles je nach der Bestimmung,die das sämischgare Leder erhalten soll.
Nach dieser Darlegung des Wesentlicheren der Sämischgerberei,gehen wir zur Besprechung der dieser Klasse angehörenden auf der Aus-stellung befindlichen Leder über.
Es haben derselben ausgestellt: H. Nicholls in London , Wil-son, Walker und Comp. in Lecds, Evans und Söhne in London ,I. T. Glover daselbst, Randale und Dicks daselbst, R. W. und I.Pullmann daselbst, P. Tourangard in Quebeck (Kanada ), dieBritisch Ostindische Gesellschaft, I. I. Pollack und Söhne inPrag, Laydet Sohn sen. und Comp. in Niort (Frankreich ), F.Terier und Sohn daselbst, I. L. Ranninger und Söhne inAltenburg, Mayer, Michel und Deninger in Mainz , Eh. Harkortzu Harkorten, N. Buyteweg in Delft (Holland ), F. M. Bratts in