Band 
Zweiter Theil.
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294 XVI. Klasse. Leber und Leberwaaren, Pelzwerk und Häute.

ausschließend, gleichsam nur in den bezeichneten Ledersorten gearbeitet, undkann es daher auch wohl Niemanden Wunder nehmen, daß die Fabrika-tion in beiden Städten aus eine sehr hohe Stufe gelangt ist, ja daselbsthöher als irgendwo steht.

Eine genaue Untersuchung, die wir mit den von Laydet undTerier ausgestellten Ledern vorgenommen haben, ergab, daß, neben einergroßen Zahl waschlederner Handschuhe, dieselben in Rennthier-, Hirsch-,Reh-, Kalb-, Schaaf-, Kitz- und Lammledcr bestehen, welche zum Theilin ihren gelben Naturfarben, zum Theil weiß gebleicht, oder in grauenund braunen Farben erscheinen.

Ist nun Niort der Ort wo das meiste und beste sämischgare LederFrankreich 'ö gefertigt wird, so wird dort auch das beste DegraS erzeugt,welches wir bei Besprechung der Schuhoberleder, als orydirten Thran,unsern Deutschen Lcdersabrikanten besonders empfohlen haben.

Wir kommen nun noch zu den dieser Ledcrabtbeilung angehörendenAusstellungsstücken des Herrn I. I. Mercier in Lausanne . Dieselbenbestehen in 24 in Thran gegerbten Kalb - und Schaaffellcn.

Es sind dieselben ganz vortrefflich zubereitet und mittelst sogenannterStaub- oder Erdfarben in vielerlei Nuancen gefärbt. Alle diese Farbensind sehr lebhaft und schön, nur begreifen wir deren Verwendung nicht,da doch Wohl Niemand wassergrünc, rosa oder lilasfarbene Sommerfuß-bekleidung tragen wird. Diese Leder sind übrigens keine andern, als dievor einigen Jahren ihrer Weichheit und Milde wegen zu Sommerstieselbeliebt gewesenen Rauhleder.

Wir können unseren Bericht über diese Lederabtheilung nicht schließenohne unser Bedauern darüber auszusprechen, daß so sehr wenige Deutsche Sämischleder - Fabrikanten an der Ausstellung sich betheiligten, währendes dmen aus der Lahn, Main und mittleren Donau -Gegend wohl nichtschwer geworden sein dürste, England und Frankreich gegenüber den Be-weis zu liefern, daß Deutschland auch in diesem Fach etwas Tüchtiges zuleisten vermag.

K. 62 .

Pergament.

Das Pergament, welches wir in dieser letzten Abtheilung unseresBerichtes über die zu London ausgestellten Leder besprechen, ist kein Lederin dem Sinne, wie man dieses gewöhnlich zu nehmen pflegt. Denn esist weder mit einem Gerbestoff, noch mit Alaun, noch mit Thran verbun-den, und läßt sich in kochendem Wasser zu Leim verwandeln. Daherder Name Pergamentleim, welcher bei feineren Arbeiten sogar höher alsder gewöhnliche geschätzt wird. Das Pergament ist also nichts anderesals die von Haaren befreite rohe Haut einzelner und namentlich der klei-nern Thiersorten, wie des Kalbes und des Schaafes, welche von anhän-