Sattler-, Riemer- und Täschner -Arbeiten, tz. 63. 299
Arbeiten dieser Art gegenüber, einen sehr guten Geschmack zu erken-nen geben.
Algier hat in Sattlerarbeit auch einiges sehr Schöne und Beach-tungswerthe zur Ausstellung geliefert. Ein Theil davon stamnit vonP. H. Boulanger in Algier und bestebt in 4 verschiedenen Satteln,einem Zaum und einem kleinen Koffer. An Arbeit weniger werthvollals allgemein interessant sind die Sattelarbeiten, Taschen u. s. w. desSi-El-Bey, Ben Bou Ras zu Konstantine.
Deutschland's Vertretung auf der Ausstellung im Fache derSattlerei bestand in 3 Herren- und 2 Damensatteln, sowie in 10 Zäumen.
Sie stammen von S. F. Müller in Münchcbcrg in Preußen, F.Lange in Halle an der Saale, S. F. Paperitz in Dresden , Ludw.Haußmann daselbst, Reinecke in Horn, Fürstcnthum Lippe, und Ro-bert Schärf in Bricg, Schlesien. Sie sind sämmtlich recht schön undgut gearbeitet; die des Paperitz in Dresden aber so vortrefflich, daßwir keinen Anstand nehmen, dessen Sättel für die schönern im GlaS-pallaste zu erklären.
Die Zäume des R. Schärf in Brieg bestehen aus braunem Leder,das bei dem einen mit rother, bei dem andern mit hellblauer, bei demDritten mit brauner Seide überslochten ist, welche Ueberflechtungen sichungemein gut ausnehmen.
DaS Türkische Gouvernement hat gleich dem Aegyptischenund Tunesischen , ohne nähere Bezeichnung der Verfertigcr, einige Sättelund Zäume, theils mit rothem Sammt bezogen, theils aus rothem Saf-fianledcr angefertigt und mit Goldstickerei verziert zur Ausstellung bringenlassen. Unter diesen sind es aber unbedingt die Tunesischen, welche dieanderen an Reichhaltigkeit der Stickerei und der Verzierung übertreffen.
Diesen Sattlerarbeiten aus Leder reihen sich noch einige an, dieaus Kautschuck-Stoffen angefertigt, und dieser Abtheilung angehörend,sich ebenfalls auf der Ausstellung befanden. Wir meinen hierunter dieArbeiten des Davy in London , angefertigt aus den Materialien vonMalton und Comp. in Bradford. Dieselben bestehen in einemHerren- und einem Damensattel mir Sitzen von Gummi Elastikum; dieBäume an diesen Sätteln haben an den Stellen, wo sie am Pferde auf-liegen, außerdem noch Streifen desselben Stoffes, — wodurch der Rückendes Pferdes weder gedrückt noch aufgerieben werden soll. Ferner einSattelkissen mit Gummi Elastikum gefüttert, und Sattelgurten aus dem-selben Material; Steigbügel , die an den Stellen, wo der Fuß sie be-rührt, ballenartige Erhöhungen von Gummi Elastikum besitzen; Chaisen-kummten, deren äußerer Theil lackirtes Leder ist, deren innerer aber ausKautschuck-Fütterung besteht, und endlich eine Anzahl Reitzäume, ganzaus demselben Stoff gefertigt, die in schwarzer, grauer und brauner Farbevorkommen und die die aus Leder gefertigten ersetzen sollen. Alle vor-