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tz. 68. (Großbritannien u»b Irland.
') Diese Angabe über Errichtung der ersten Papierfabrik in England findetsich übereinstimmend in asten gewerbhistorischen Schriften, so auch in der lAio^olo-pseclia liiitannie» ?art 96, >»sz-. >6 Dürste man sich indeß in einer selchen Frageauf Shakspeare berufen, so reicht der Ursprung der Englischen Papierfabrikationviel weiter hinauf. In seinem König Heinrich VI. (Zweiter Theil, Aufzug IV.,Scene 0) führt nämlich der Aufrührer Ende unter den Gründen, weshalb er denLord Say köpfen läßt. auch den an: „derselbe habe zum Nachtheil des Königs, seinerKrone und Würde, eine Papiermühle gebaut"!
A»S Porter ö stivßross nk tlio »ation. Tonston I85l. paß. 569.
Ueber die verschiedenen Maschinensysteme, die in England für die thierischeLeimung zur Anwendung komme», s. den Aufsatz: Ueber den Stand der Papierfabri-kation in Großbritannien und Frankreich . Bon Wilh. Oechelhäuser. Aus denVerhandlungen des Vereins für Gcwerbesiciß in Preußen. Jahrgang l846.
Das Kochen der Lumpen geschieht meistens in verschlossenen Kesseln beieinem Druck von 2 bis 4 Atmosphären. In neuerer Zeit wendet man in Englandvielfach rotirende Kessel (rovolvinz boilors) an, theils in Form aufrecht stehenderCylinder, die sich (wie die oscistirenden Cylinder einer Dampfmaschine) um zweiZapfen drehen, durch welche der Dampf eintritt, theils in Form von zwei liegenden Cy-linder», wovon der äußere feststeht, während sich der innere »m seine Achse dreht.
') Vellocv heißt zu Deutsch : gelb; es ist demnach ein sehr eigenthümlicherSprachgebrauch, gerade das gebläute Papier mit diesem Ausdruck z» bezeichne».
°) Der Berichterstatter bemerkt hierbei, daß er auf wiederholten Reisen in Groß-britannien den größten Theil der bedeutenderen Papierfabriken genau zu besichtigenGelegenheit hatte.
') Da über die Fabrikation des Papiers aus Baumwollabfall nochnichts Genaueres in die Oeffentlichkeit gekommen sein dürfte, indem di Fabrikantenvon Lancashire damit sehr geheimnißvoll sind, so läßt hier der Berichterstatter einekurze Beschreibung der in den Papierfabriken von Manchester üblichen Methoden undVorrichtungen folgen, wie er sie dort in den Jahren 1845 und 1846 genau kennenzu lernen Gelegenheit hatte. Im Königreich Sachsen, sowie in der Umgegend vonWien , würde sich jetzt schon eine praktische Benutzung von dem Baumwollabfall fürdie Papierfabrikation machen lassen, indem dort die Spinnereien dichter zusammenliegen.
Der Baumwollabfall zerfällt in zwei Hauptsorten. Die erste besteht aus hava-rirter Baumwolle und Fadenabfall; diese Substanzen find sehr weiß und rein undwerden ähnlich wie gewöhnliche weiße Lumpen behandelt und zu feinen Schreib- undPostpapiere», theils mit, theils ohne Lumpenzusatz, verarbeitet.
In weit größerer Menge kommt dagegen der eigentliche Baumwollabfall (llottonrosste, srveepinßs) vor. Es ist dies der Abfall von den Maschinen, welche die Baum-wolle entwirren, reinigen, und zum Verspinnen vorbereiten, also von den Wölfe»,Devils, Kratzen u. s. w Derselbe wird zum Theil mit dem Besen auf dem Bodenzusammengekehrt, so daß sich der ganze Kehricht der Spinnereien damit vermischt.Wie er auf den Höfen der Papierfabriken umherliegt, bildet er eine schwarzgraue, demAnschein nach fast nur aus Staub, Schmutz, Stücken von Holz, Draht, Leder u. s. w.bestehende Substanz und es erscheint fast unbegreiflich, wie sich ein recht schönes wei-ßes Papier, in einer selbst für bessere Druck- und Zeitungspapiere ganz genügendenReinheit aus solchem Material herstellen läßt.
Dieser Abfall wird in den Papierfabriken zuerst auf Sortirtische gebracht, dortganz oberflächlich mit der Hand von dem gröbsten Unraih, vornehmlich von den grö-ßeren Stücken Holz, Draht und Leder gereinigt und hierauf einmal trocken gewolft.Dieser Wolf (stovil) besteht aus einem Cylinder mit langen Zähnen, die mit großer