342 XVII. Klaffe. Papier , Buchdruck und Buchbindcrarbeite».
Schnelligkeit über ein aus Eisenstäben gebildetes Gitter wegstreichen, durch welchesder Schmutz hindurchfällt. Hierauf wird der schon etwas gereinigte Abfall mit Kalk-oder Sodalauge gekocht, und zwar nicht mit Hochdruck, sondern in offenen Kesseln,wobei indeß sehr darauf zu sehen ist, daß die Lauge gehörig zirknliren kann; hieraufbringt man ihn in den Holländer und mahlt ihn zu Halbstoff und zwar ziemlich kurz.Dieser Halbstoff wird unter hydraulischen Pressen sehr stark ausgepreßt und sodannbeginnt die eigentliche Reinigung in Wölfen mit zwei Cylindern. In fcuebtem Zu-stande sondern sich nämlich die anhängenden Unreinigkeiten wert besser an» als introckenem, weshalb man in England diese Rcinigungsmelhode sogar bei Halbstoffaus ordinaircn leinenen und hänfenen Lumpen häufig znr Anwendung bringt. Fürordinaire Sorten läßt man den Halbstoff nur einmal den Doppelwolf pasfiren undbringt ihn dann sofort in den Ganzzeugholländer. Für bessere weiße Papiere dagegenwird er zweimal gewolft, hierauf in einer schwachen Chlorauflösung gebleicht, wassehr leicht vor sich geht, und dann erst zu Ganzstoff gemahlen.
Der Bauniwollabfall wird sehr häufig ohne allen Zusatz, sonst aber mit etwasAbfall der Leinenspinnerei oder Packlumpen verarbeitet. Das Papier wird sehr festund nur bei längerem Gebrauch verliert es etwas leichter den Angriff wie das Fa-brikat aus leinenen oder Hanflnmpen. Viele der große» Englischen Zeitungen be-stehen zu aus Baumwollabfall. Ueberhaupt wird der praktische Fabrikant keineParallele zwischen dem aus abgetragenen baumwollenen Lumpen und dem aus frischerBaumwollsaser angefertigten Papier ziehen wollen.
Obgleich bei Packpapieren aus Baumwollabfall der Abgang 40 Prozent, bei fei-neren weißen Papiere» sogar 60 Prozent beträgt, sind dennoch die Mengen, welcheEngland aus diesem Material anfertigt, ganz enorm. Auf die 2l Millionen Baum-wollspindeln, welche England besitzt, entfallen im Ganzen mindestens 30 MillionenPfund Abfall, der fast ausschließlich von den Papierfabriken benutzt wird. Zuzüglichdes Leinen- und des Emballageabfalles, die damit zusammen verarbeitet werden, kannman auf ein jährliches Quantum von 16 bis 20 Millionen Pfund Papier aus diesenMaterialien rechnen, was etwa ^ der gcsammlen Englischen Papierproduktio» aus-macht.
Der als Zusatz verarbeite Abfall der Lcinenspinnerei wird ähnlich behandelt,wie der Baumwollabfall.
°) Die Strohpapierfabrikation Englands unterscheidet sich von der Deutschen darin, daß bei uns die Verkleinerung des Materials weit mehr aus mechanischemWege vor sich geht, während in England das Stroh in starken Laugen »nureinem Dampfdruck von 6 bis 8 Atmosphären (in Deutschland kocht man in of-fenen Gefäßen) ein- oder mehrmals gekocht und somit gleichsam aufgelöst wird.Nachträglich werden dann Quetschrollen, ähnlich wie in unseren Oelmühlen, ange-wandt, so daß dem Holländer fast gar keine Arbeit übrig bleibt. L. B. Wrighlin Chalford bei Stroud (Gloueester) hat es am weitesten in der Darstellung bessererPapiergattung aus bloßem Stroh, ohne allen Lumpenzusatz, gebracht. Uebrigcnshat die Englische Strohpapierfabrikation in den außerordentlich hohen Lumpenpreisenund den wohlfeilen Kohlen eine bessere ökonomische Grundlage und eine ganz andereStellung zur Lumpenpapierfabrikation als bei uns. Für die Anfertigung ordinairerPapiergattungen wird die Verwendung des Strohs sicherlich im Zunehmen bleibe»;dagegen dürfte es vergeblich sein, dies auch für feinere Papiere durchsetzen zu wollen.
8. 69.
Von den Britischen Besitzungen in Asien waren Papiere ausAhmedabad , dem Hauptsitz der Indischen Papiersabrikation, ferner aus