Band 
Zweiter Theil.
Seite
343
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tz. 69. Die Britischen Kolonien, tz. 70. Frankreich und Algier . Z43

Madras, Nepaul und Lahore ausgestellt. Die erstere» bestanden tbeilsaus altem Papier, theils aus Mcrywur Hanf und waren unrein, brüchigund schlecht. 250 durch Fußtritte bewegte Stampfen und 2000 Arbeiter sind in der Papicrfabrikation von Ahmcdabad in Thätigkeit. Nochschlechter, und überhaupt mit Europäischem Papier gar nicht mehr zu ver-gleichen, waren die übrigen aus verschiedenen Hanfsorten und sonstigenPflanzenfasern, aus Musa-Arien (OIrmtriiiis, Iloe, (s. Th. I. S.

386), Oaplmo emmabiim u. s. w.) hergestellten Papiere. Es befandsieb darunter auch Papier von Bananen-Fasern (s. Th. I. S. 385), undder Vergleich mit dein Fabrikat, welches die Franzosen hieraus hergestellthaben, ließ deutlich ersehen, wie bedeutend der Unterschied mechanischerund chemischer Hülfsmittel hier und dort ist. Während das FranzösischeFabrikat einen recht schönen gleichmäßigen Bogen von reiner Durchsichtund außerordentlicher Festigkeit darstellte, war das Indische Banancnpapierschmutzig-grau, obnc alle Festigkeit lind im Gewebe des Bogens die rohePflanzenfaser noch deutlich erkennbar. Das Rindenpapicr (Omb pape-r)von Madura war von weit besserer Qualität.

Recht schön, rein und fest erschienen dagegen die älteren IndischenSchreibpapiere, meist auf einer Seite mit silber- oder goldfarbigen Punk-ten versehen, die dem Vernehmen nach aus einer Art Sodascise bestehen,welche nach dem Glätten eine solche glänzende Fabe zeigt. Diese feinerenIndischen Papiere werden jetzt gar nicht mehr angefertigt; sie sind durchdie eingeführten Europäischen Schreibpapiere verdrängt worden.

Die Lciiiiilng der Indischen Papiere war ganz unvollkommen. Siebestand aus einer Art wasserdichtem Kleister von Reis, der bald auf einer,bald auf beiden Seiten mit einem Pinsel aufgetragen worden war. DieGlätte mancher Sorten war ganz gut; sie war offenbar durch Pressenoder Walzen zwischen glatten Pappen oder Platten hervorgebracht.

K. 70.

Frankreich und Algier .

Wir gehen von Großbritannien unmittelbar auf Frankreich über,weil dessen Papiersabrikanon in Ausdehnung und hoher technischer Aus-bildung sich der Britischen zunächst anschließt, und weil im Französischen Papier der charakteristische Unterschied des Kontinentalen und des Engli-schen Papiers am schärfsten ausgeprägt ist.

Die Fabrikation des Papiers aus Leinenlumpen kam gegen Endedes 13. Jahrbunderts aus Spanien nach Frankreich und gelangte dortschon früh zu großer Ausdehnung.

Die großartige Umgestaltung, welche die Papierfabrikation im Laufedieses Jahrhunderts erfahren, ging von Frankreich aus. 1799 erfandLouis Robert in Essonnc bei Paris die Papiermaschine. In Frank-