Band 
Zweiter Theil.
Seite
344
JPEG-Download
 

344 XV3I. ätlassc. Papier , Buchdruck und Buchbindcrarbeiten.

reich wollten sich jedoch das Kapital und der Unternehmungsgeist nicktfinden lassen, welche die Durchführung einer so großartigen Erfindung inAnspruch nahm. Leger Didot und T. Gamble brackten sie daherim Jahre 1801 nach England, wo wir ihre Entwicklung bereits verfolgthaben. Erst im Jahre 1815, also 16 Jahre später als sie von Roberterfunden worden, ward durck Calla in Paris , für die Firma Berteund Grevenick, die erste Maschine, nach dem Muster wie sie Fourdri-nier und Donkin inzwischen in England vervollkommnet hatte», in Frank-reich erbaut und in Betrieb gebracht. Die berühmten PapicrfabrikantenCanson und Montgolfier in Annonay folgten zunächst in deren An-wendung; doch waren 1827 erst 4 und >834 erst 12 Französische Papierfabriken mit Maschinen versehen. Von da ab begann indeß dieEntwickelung der Französischen Maschinenpapiersabrikation mit so reißen-der Schnelligkeit, daß 1840 bereits gegen 200 Maschinen im Gange wa-ren. Da der Papierverbrauch nur allmählig der so enorm gestiegenen Pro-duktion nachkommen konnte, so trat mit diesem Zeitpunkte eine Krise ein,welche den Fortschritt in's Stocken brachte lind große Störungen in denBesitz- und Erwerbsverhältnissen zur Folge hatte, die viele Jahre an-dauerten. Jetzt sind dagegen die Folgen des raschen Uebergangs vonden Bütten zu den Maschinen wieder ausgeglichen und ein ziemlich nor-males Geschäftsvcrhältniß ist hergestellt.

Auch die andere Erfindung, welche nächst der Papiermaschine von demgrößten Einfluß aus Unigestaltung der früheren Methoden und aus dieReduktion der Selbstkosten des Papiers gewesen ist, stammt aus Frank-reich . Es ist dies die Anwendung des vegetabilischen Leims (Harzseife),welcher bereits vor der Bogenbildung mit dem Stoff vermischt wird, an-statt bei der animalischen Leimung der fertige Bogen nachträglich damitgetränkt und dann zum zweitenmal getrocknet werden muß. GebrüderCanson in Annonav (die leider nicht auf der Ausstellung erschienenwaren) sind als die eigentlichen Erfinder des Büttenleimö zu betrachtenund auch in Ausbildung dieser Methode noch von Niemanden übertroffenworden. Selbst für Zeichnenpapiere, wo der Leim durch die Reißfeder,Gummi, Waschen und Anlegen den allerschärfstcn Proben unterworfenwird, wenden die ersten Französischen Fabriken den Büttenleim fast ausschließlich an, und nur die allerfeinsten Sorten werden nach EnglischerMethode animalisch geleimt. Gewiß ist, daß auch in England der Bütten-leim schon mehr Eingang gefunden hätte, wenn ihn die dortigen Fabrikan-ten so anzuwenden und zu bereiten verständen, wie die Franzosen undDeutschen .

Diese Anwendung des Büttenleims, welche in Frankreich und balddarauf auch in Belgien und Deutschland allgemeinen Eingang fand, isteS nun, welche den charakteristischen Unterschied der Englischen und derKontinentalen Papiere zunächst begründet.

Im Allgemeinen ist die absolute Festigkeit der animalisch geleimten