Band 
Zweiter Theil.
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tz. 70. Frankreich und Algier .

Englischen Papiere etwas größer als der vegetabilisch geleimten Franzö-sischen, und wenn bcive auch gleichen Angriff (Klang) baben, so ist derdcö Englischen koch elastischer, pergamentartiger, wäbrend ker des Fran-zösischen von größerer Sprödigkcit zeigt, weil es sich beim Trocknen nichtzusammcnzieben konnte. Außerdem verringert sich die Festigkeit der seinenFranzösischen Papiere noch etwas durch den "Umstand, daß der Stoff, umeine schöne klare Durchsicht zu crbalten, kürzer gemahlen, unk kaß er imAllgemeinen mit stärkeren Bleichmitteln behandelt wirk als in England.Bei den gefärbten Papieren müssen beide Umstände dahin zusammenwir-ken, der Farbe weil mehr Lüstrc zu geben, was sich auch bei einer Vcr-gleichung der Englischen nnv Französischen Fabrikate ganz evident beraus-stellt. In der Bläuung der Schreib- und Postpapicre, insbesondere inAzurblau tritt die Ucbcrlegenhcit der Franzosen am stärksten bervor.

Der Umfang der Französischen Papicrsabrikation ist ungcfäbr demEnglischen gleich, der Verbrauch aus den Kopf der Bevölkerung dem-nach im Gewicht etwas geringer, der Oberstäche nach ungesäbrgleich groß.

Von einer bedeutenden Papiereinfubr kann in Frankreich bei Zöllenvon 150 Fr. pr. 100 Kil. (ungefähr 20 Rthlr. auf den Eenlncr)natürlicherweise keine Rede sein. Dagegen ist die Ausfuhr gar nichtunbedeutend. Ein- unk Ausfuhr in Papier - und Papierfabrikaten be-trugen :

Einfuhr: Auöfuhr:

1836 20,667 Kil. 2,427,847 Kil.

1843 18,646 - 4,023,792 -

1848 7,067 - 3,197,315 -

Die Ausfuhr geht größtentheils nach der Türkei, Algier, Italien ,Schweden , Norddeutschland, Meriko, den Vereinigten Staaten u. s. w.Nächst England hat also Frankreich den stärksten Papiercrport.

Aus der Ausstellung war Frankreich von allen Ländern am voll-ständigsten und durch die größte Zahl rcnonunirter Papierfabriken vertre-ten. Unter kenselben waren es namentlich Gebrüder Lacroir ausAngouleme , die, wie auf der Pariser Ausstellung von 1849,') so auchdiesmal das höchste in den Richtungen, worin sich die Französischen Pa-piere auszeichnen, geleistet hatten. Die Weiße und Reinheit der Laeroi r'-schen Post- und Zeichnen-Papiere ist noch nirgends übertroffcn; sie ließselbst das schönste Ooum von Johnson oder Cowan hinter sich. Dasazurblaue Post war ebenfalls unübertrefflich in Reinbcit, Gleichmäßigkeitund Lüstre der Farbe. Sehr schön waren auch kie Lacroi r' scheu crtradünnen Postpapicre, insbesondere die doppelt satinirten bläulichen; namcnt-tlich in feiner gleichmäßiger Durchsicht und Tertur und in zarter Färbungübertrafen sie die meisten Deutschen Papiere dieser Art, während aller-dings die thierisch geleimten Englischen Bank- und Ovcrland-Postpa-piere ganz oben stehen.