346 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck uud Buchbindcrarbeiten.
Das hier gesagte gilt übrigens im Wesentlichen von den Fabrikatenfast aller der ersten Firmen, die sich mit ihren sebr vollständigen Assorti-ments an der Ausstellung bctheiligt halten, und bei denen wir daher nurnoch einzelne spezielle Leistungen hervorheben.
Von Eallaud, Bcllcislc, Nouel, de Tinan und Comp.aus Angouleme waren insbesondere schöne Maschinenzeichnenpapiere aus-gestellt. Diese Fabrik kommt der von Lacroir ziemlich nahe.
Die von Gratiot dirigiere Papeterie d'Essonne zeichnete sich durcheine außerordentlich große Auswabl von gefärbten Seiden- und Druckpa-pieren aus. Unter den Schreibpapieren, die übrigens an Reinheit denLacroir'schcn nicht gleich kamen, waren auch mehrere gerippte Sorten;für stärkere und namentlich für Büchcrpapicrc kommen dieselben in Frank-reich häufiger zur Anwendung, wenn auch bei weitem nicht in dem Um-fang wie in England. Gerippte Postpapiere jedoch lieben die Franzosennicht sehr, nnd weil in Frankreich diese Sorten im Allgemeinen dünner an-gefertigt werden als in England, so müßte es auch ihrem Ansehen wesent-lichen Eintrag thun. ES bekundet überhaupt keinen sehr guten Geschmack,mittelst neuer und vollkommnercr Methoden die Erzeugnisse der älterenunvollkommnercn nachzuahmen; die Anwendung gerippten Papiers hatnur insofern eine praktische Seite, als es einer unsicheren Hand dasSchreiben in gerader Linie erleichtert.
Unter den von Gratiot ausgestellten Papieren waren auch ausBananen gefertigte, mit welchem Stoff die Französische Akademie vormehreren Jahren sehr ausgedehnte Versuche in der Fabrik von Essonne hatanstellen lassen. Hierdurch ist so viel festgestellt, daß sich die Banane inziemlich weitem Umfang an der Stelle der Lumpen verwenden lassenwürde, wenn der Stoff nur einigermaßen wohlfeiler wäre. Allein andiesem ökonomischen Punkte haben bisher fast alle Surrogate, womit mandie Lumpen ersetzen wollte, Schiffbruch gelitten und es hat in der Thatkaum einen praktischen Werth, Versuche mit solchen Stoffen anzustellen,von denen es nicht im Voraus feststeht, daß sie bedeutend billiger alsLumpen zu beschaffen sein werden. Das Banancnpapier kommt in An-griff und Festigkeit dem Lumpenpapier fast ganz gleich, eS leimt sich vor-züglich und würde, was Reinheit und Weiße betrifft, immer doch zu denordinaircn Papicrsortcn verwendbar sein. Ohne Lumpenzusatz erscheintes übrigens stark transparent, in der Art der aus Flachs oder Hanf ge-fertigten Pstanzenpapicre.
Von der Papeterie «In lUiirais ot cke Zto. älarie (DirektorE.D oumerc) waren Kartons aus zwei verschieden gefärbten Bogen, aufeiner Papiermaschine mit 2 Metalltüchern gefertigt, ausgestellt, welchejedoch an Schönheit und Festigkeit dem später zu erwähnenden Fabrikatvon Gebrüder Rauch in Heilbronn nicht gleich kamen. Die ausge-stellten Jacquard - Kartons zeigten, daß sie nachträglich aus zwei starkenBogen zusammengeleimt worden waren. Ausgezeichnet schön, rein und