Band 
Zweiter Theil.
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tz. 70. Frankreich und Algier .

hart waren ferner die Bristol-Zeichncnpapicrc für Aquarell-Gemälde, so-wie die aus zwei zusammengeklebten Bogen bestellenden Zeichnenkartons;die lithographischen und Kupfcrdruckpapicre erschienen vorzüglich.

Von Gebrüder Blanchet und Kleber in Rives und vonMontgolfier in Annona» waren die verschiedenartigsten Proben vonsogenanntem Pergamentpapier ausgestellt, welches blos aus thierischenSubstanzen (höchst wahrscheinlich aus den Abfällen der Gerberei von derFleischseite der Häute) besteht. Tiefe Erzeugnisse dürften eS verdienen,die Aufmerksamkeit aller Papier-fabrikanten in Anspruch zu nebmcn, indemes den Anschein gewinnt, als werde sich diese Spezialität noch sehr weitausbeuten lassen.

Das Papier ist von hellbrauner Farbe, undurchdringlich für Flüssig-keiten und von einer so außerordentlichen Festigkeit, daß es dem wirklichenPergament nicht allzuviel nachgicbt. In heißem Wasser guilt das Papier -aus und wird ganz elastisch, einer dünnen Leimtasel ähnlich. Es wird meistan der Bütte gefertigt und immer an der Luft getrocknet. Dabei hat es mitandern thierischen Substanzen die Eigenschaft gemein, daß es augenblicklicherlischt, wenn es außer Kontakt mit der Flamme gebracht wird. DieseEigenschaften haben ihm bereits seit längeren Jahren bei der Französischen Marine Eingang verschafft, wo es, statt der sonst üblichen Packleinwaud,zur Umhüllung der Geschütz-Patronen in allgemeinem Gebrauch ist.Montgolfier stellt diese Patronenhülsen sogar in der Form kleiner Säckedar, die blos vorn zusammengebunden werden, im Ucbrigcn aber von dcrMasse auö in diese Form gebracht sind. Auch verwendet man es zumVerpacken feiner Waaren, die über See gehen, zu Büchcrcinbänden u. s. w.

Es dürfte aber, namentlich seit es Montgolfier gelungen, dasselbein jeder beliebigen Feinheit bis zur Stärke des dünnsten Postpapicrs herabdarzustellen, noch viel weiterer Verwendung fähig sein, so z. B. für Bank-notendruck, wofür Proben ausgestellt waren. Eine andere Richtung, dievon großer Wichtigkeit werden kann, betrifft die Nachahmung feiner undgefärbter Ledersorten. Proben hiervon hatten Odent Sohn u. Eo mp.aus Courtalin geliefert, nämlich Nachahmungen von Saffian, Maroquinu. s. w. Ohne daß man dieselben schon als vollkommen gelungen be-zeichnen könnte, (woran insbesondere neben der mangelhaften Leimfarbeder verwendete Grundstoff die Schuld trug, welcher weit schlechter war,als das von Blanchet und von Montgolfier ausgestellte Fabrikat),verdienen sie doch alle Ausmcrksamkcil, indem nichts entgegen zu stehenscheint, ganz vollendete Nachahmungen zu erzielen. Dabei war die Festig-keit der Proben der Art, daß damit unbedenklich für einen großen Theilder Buchbinder- und Portefeuille-Arbeiten das Leder vollkommen ersetztwerden könnte.

Montgolfier hatte auch künstliche Pergamente aus vegetabili-schem Stoff ausgestellt. Sie sind von außerordentlicher Festigkeit unddabei etwas durchscheinend, waö sich einfach daraus erklärt, daß sie vor-