Z48 XVII. Klasse. Papier , Buchdruck und Buchbinderarbcitcn.
nämlich aus dem Abfall des Hanfs, welcher zu den Pflanzenpapieren ge-nommen wird, angefertigt werden. Da solcher Stoff natürlicherweisesehr weich wird, so läßt sich dieses starke Papier nicht anders anfertigen,als indem man den Zeug in der Vorbütte, worin die Reinigungsvorrich-tnng liegt, mittelst Dampf bis fast znr Siedhitze erwärmt, wodurch er aufdem Metallruch das Wasser leichter fahren läßt. Einzelne Sorten diesesvegetabilischen Pergaments waren auf einer Seite mit einer Art Lackfarbeüberzogen, die nach crfolgter Glättung wie marmorirt erscheint; dieß ge-schieht unmittelbar hinter der Papiermaschine, indem der Bogen zwei Wal-zen passirt, wovon die untere den betreffenden Lack-Uebcrzug aufträgt.
Montgolfier hatte auch ein großes Sortiment der echten Anno-nayer Pflanzcnpapiere zum Durchzeichnen l Kalkirpapier, Pauspapier)ausgestellt, die noch nirgends übertreffen worden sind und nach allenLändern erportirt werden.
Bei den Maschinenpapieren von Montgolfier und von Io ban-ne t aus Annonay bemerkte man am Rande bäufig Wasserzeichen, diejedoch von den Englischen mittelst Dumlv rolle,-, erzeugten sehr abweichen,indem sie nämlich aus der ersten Trockenwalze mittelst gravirler Rolleneingepreßt werden. Sie baben dabcr einen scharfen Rand und sind aufder einen Seite als Bertiefung sichtbar. Offenbar waren die Maschinen,woraus sie angefertigt worden, nickt mit OAierschneidapparaten verseilen,denn die Zeichen fielen nicht in jedem Bogen an die gleiche Stelle. Auchwaren die Buchstaben nicht immer egal ausgedrückt.
Außerdem baben wir bei den dicken Papieren von Montgolfierund Anderen, insbesondere bei dem gefärbten, sowie beim Zeichnen- undKupserdruckpapier, noch des eigenthümlichen Feblers der sogenanntenSchattenstreiscn, die bei schief auffallendem Licht sichtbar werden, zuerwäbncn?) Dieselben vollständig zu beseitigen, ist bisher nur sehr wenigenFabrikanten gelungen, wiewobl sie bei Englischem Papier, das nachträg-lich thierisch geleimt ist, weit weniger sichtbar bleiben als bei dem Konti-nentalen vegetabilisch geleimten.
Bon gefärbten Papieren bleiben noch zu erwähnen, die Nüancirun-gen in Rosa von der Papeterie ein Kooelie und das prachtvolleEbromgelb von Obry Sohn in Prouzel. Dieser Fabrikant fertigt auchschönes rostfreies Nadelpapier auf der Maschine an, in sehr tiefer Fär-bung ; früher wurden diese Sorten nur aus Deutschlaiid (von Jserlohnund Aachen ) eingeführt.
Von Gebrüder Breton in Grcnoblc waren NachahmungenChinesischen Papiers für Kupfer - und Stahldruck ausgestellt, worin dieseFabrik seit langen Jahren großen Ruf genießt. In Bezug auf die Farbeist die Nachahmung vollkommen, jedoch crgiebt sich eine größere Härte undDichtigkeit als beim echten Chinesischen aus Pflanzenfasern dargestelltenPapier und, von der großen Preisverschiedenheit abgesehen, ziehen dieDrucker letzteres immer noch weit vor. Was die Vapeterie äu