Band 
Zweiter Theil.
Seite
353
JPEG-Download
 

§. 7,. Zollverein. 353

Mit Ausnahme weniger Etablissements stehen dieselben hinter den Leistun-gen des Zollvereins etwas zurück.

Wir gehen nun zu der Ausstellung des Zollvereins über, die zwarvon wenigen, aber säst ausschließlich von Fabrikanten ersten Ranges be-schickt worden war, deren Leistungen auch von Seiten der Jury im Allge-meinen die größte Anerkennung geworden ist, wiewohl wir für einige der-selben, die bloß eine ehrende Anerkennung erhielten, die Ertheilung derMedaille gerechtfertigt gefunden hätten.

Unter den Preußischen Ausstellern haben wir die ausgezeichnetenLeistungen von E. Hasch u. Söhnen und Ludolph Schüll in Türen,Gebrüder Ebart in Berlin , E. A. Koch in Gladbach und L. Piettein Tillingcn hervorzuheben, welche Proben aller nur irgend gangbarenSorten ausgestellt hatten.

Unter dem reichen Sortiment von gefärbten Scidenpapicrcn vonHösch zeichnete sich namentlich das feinste Rosa und sodann ein tiefesSchwarz aus; diese Farben übertrafen alles was Frankreich und Groß-britannien hierin ausgestellt hatten bei Weitem. Die Aufmerksamkeit derEngländer nahmen auch insbesondere die schönen für den Erport bestimm-ten gerippten I-'oel-icaps <Einhorn-Schreibpapiere) und das dünne Over-landpost in Anspruch, worin daö Englische animalisch geleimte Papier,von dem etwas spröderen Angriff abgesehen, vollständig erreicht war undzwar bei außerordentlich billigeren Preisen.

Tic Schreib- und Postpapierc von Ludolph Schüll waren ins-besondere durch große Festigkeit, Glätte und zarte Färbung bemcrkenswerth.

Die Papiere der Fabrik von Gebrüder Ebart zeichneten sichnebcn Weiße, Festigkeit und Reinbcit ganz besonders durch vorzüglicheLcimung auS. Dieselben waren meistens nach einer besondern Methodedurch Zusatz von animalischem statt vegetabilischem Leim in der Massegeleimt. Wenn hierdurch übrigens in Bezug auf die eigentliche Haltbar-keit gegen das Durchschlagen der Tinte ganz dasselbe geleistet werdenmag, wie bei der nachhcrigen thierischen Lcimung, so kann doch diejenigeWirkung aus Angriff, Härte und Festigkeit nicht vollständig erreicht wer-den, welche bei der Englischen Lcimmcthodc weniger als Resultat der ani-malischen Lcimung selbst, denn als Folge der Wiederauseuchtung und einerzweiten langsamen Trocknung auftritt. In dieser Beziehung wird stets,caeteiM psritzu^, ein wenn auch geringer Unterschied zwischen der nach-träglichen Anwendung des thierischen Leims und der Büttenleimung blei-ben. Besonderer Erwähnung verdienen auch noch die Kupferdruck-papiere von Ebart, die den besten Französischen gleich standen, wäh-rend die Englischen zwar gleich schön, aber für diesen Zweck etwas zuhart sind.

Bon Koch zeichnete sich besonders ein feines Postpapier durchHärte, Angriff, Weiße und Reinheit aus, daneben auch seine Kartons.

II. 23