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§. 9Z. Farbpslaiizm und daraus bereitete Farben.
nimmt. Durch die Einführung der Sodaküpe hat die Anwendung desWaid bedeutend abgenommen; sie wurde in Hükeswagen erfunden undbat sofort überall Eingang gefunden. Statt dcS Waid wird dann Wai-zcnkleic angewendet, welche leicht die (Währung hervorruft und mit Hülfeder Soda und des Kalkes den Indigo leicht auflöst. Diese Küpen ge-währen noch den besonderen Vortheil, daß die hellen blauen Farben reinund lebhaft sind, was bei der Waidküpc durch den Pflanzcnsaft, der immergrünlich nüancirt, und durch die Nöthe, die die Farbe stumpf macht, nichtder Fall ist. Dagegen ist für die dunklen blauen Farben die Waidküpc nochnicht verdrängt, weil sie bei diesen ein festeres Blau liefert.
SaunderS und Gatchill in Dublin sandten eine Probe imitirtenWaid, voit ihncir auch „Pastcl" genannt, zubereitet von Eichoricnpflanzenund angewendet in der Färbcküpe, um die Farben in Wollenzeugen zu bc-fcstigen.
e. Von Indigo waren schöne und mannigfaltige Proben ausSurdah durch Dr. Jardine zu Kalkutta und Andere eingesendet;die Proben des Letzteren kamen theils aus der Jorad ah-Faktorei,theils von den Herrn Mac Nair und Comp. zu Babacully in Jcsfore.Andere Proben waren vom Markt in Euddapah auö der Faktorei vonHart und Simpson, aus derjenigen von Arbuthnot, aus Kalkutta ,Madras, voin Rao von Cutsch und aus Kotah, der letztere begleitet vonIndigosaamcn, eingesandt. Eine Sorte, welche Herr G. F. Fischer vonSalem eingesandt hat, erregt Interesse, da sie das Produkt der Blättereines Baumes (VVIi,'iP,tm tinctori-») ist, welcher von der gewöhnlichenIndigo-Pflanze (IiiüiAotera tiiictoiia und andere Speciell), sowie vonanderen im Orient und Amerika verbreiteten, zu den Hülsengewächscn ge-hörigen und den Farbstoff in allen ihren Theilen enthaltenden Indigo-pflanzen gänzlich verschieden ist.
Indigo aus dem westlichen Afrika von Abbrokuta sandte Dr.Beecham, aus China die Ostindische Kompanie, aus Egypten undTunis die dortigen Landesregierungen, aus England die HerrenMarshall, Colmann und Eoovev, aus Oesterreich W. Fiala zuPrag ; Indigo-Ertrakt, Jndigokarmin sandten Krimmcldein undBrcdt zu Barmen und Floekenhaus von Köln . Die Anbauversuchcdes Indigo bei Sevilla sollen Erfolg versprechen.
Der Indigo ist für die Färberei der bedeutendste Farbstoff; es eristirtüber ihn eine so vollständige Literatur in wissenschaftlichen wie in techni-schen Werken, daß es wohl überflüssig ist hier näher darauf einzugehen.Nur einige kurze Bemerkungen mögen erlaubt sein.
Der Indigo wird aus verschiedene Weise angewendet:
1. In der warmen Küpe für Wollcnfärberei. Hier ist dieGährung das wesentliche Mittel, den Indigo löslich und färbbar zumachen. Aus zweierlei Weise wird diese Veränderung des Indigo erklärt.
Eine Ansicht nimmt, nach Vertheilet, an, daß der Indigo löslich und