Band 
Zweiter Theil.
Seite
526
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526 XVIII. Klasse. Farben, Muster, Färberei und Druckerei.

I. Britisches Reich.

Die Englischen Tuche sind durchweg in guten Farben ausgestelltgewesen; sie waren, ohne lebhaft zu sein, tief und satt, wie es in Eng-land geliebt wird; die guten Qualitäten waren sämmtlich in Wolle ge-färbt; selbst Schwarz, was man an den weißen Leisten erkennen konnte.Während früher die Englischen Tuche, der Farbe wegen, in sehrschlechtem Rufe standen, gehören sie jetzt zu den besten und echtesten.

Die Dekatur spielt dabei eine wichtige Rolle. Es wird nämlich inEngland vermieden, den Glanz durch trockene Dämpfe hervorzurufen,wie dies in Deutschland und Frankreich geschieht; die Dekatur wird durchKochen erzeugt. Wenngleich der Glanz durch dieses Verfahren nicht sobrillant wird, so wird Qualität und Farbe bei Weitem mehr geschont,als bei trockenen Dämpfen. Die leichten Halbtnche, spuiü-ckl «ti-ipes,für den Ehincsischen und Ostindischen Markt, waren in allen Farbenvon Lceds ausgestellt; mehrere Farben, besonders Ponceau, warennicht so schön als bei denen aus dem Zollverein und aus Oesterreich . —In den Buckskins und Paletotstoffen, den Artikeln von Huddersfield ,waren die Zusammensetzungen der Farben viel glücklicher, als dies früherbei Englischen Artikeln dieser Art der Fall war. Es ist besonders dasWeiß in den sehr beliebten Zusammensetzungen mit Schwarz überall sehrklar gewesen. Nicht obne große Schwierigkeiten zu überwinden, kannman das Gelbwcrden der Wolle in dieser Fabrikation verhindern. Dievon der Jury prämiirten Aussteller gefärbter Wollenstoffe sind größten-tbeils schon oben bei der Berichterstattung über die betreffenden Waaren-Gattungen erwähnt. Es waren: die Färber G. Armitage undEomp. aus Bradford — verschieden von den oben S. 91 erwähntenGebr. gleichen Namens — welche unter XII. Nr. 146 wundervoll gefärbte Orleans , EoburgS und ähnliche gemischte Zeuge aus Kammgarn,Baumwolle, Seide und Ziegenhaar ausgestellt hatten; und der FärberN. Partridge zu Bowbridgc bei Strand, welcher unter XII. Nr. 212die schon oben S. 92 erwähnten auf beiden Seiten verschieden gefärbtenTuche ausgestellt hatte.

Diese zweifarbigen Paletotstoffe haben nicht geringes Aufsehenerregt, und waren meist als neu und patentirt ausgegeben. Es sindaber aus dem Kontinent schon seit 4 Jahren ähnliche Tuche angefertigtworden, und auf der Ausstellung Berliner Erzeugnisse 1849 und aufder Leipziger Ausstellung waren solche Waaren in vorzüglicher Qualitätzu finden. Es war bei diesen letztem der Effekt, daß die rechte Seite eineandere Farbe hat, als die linke, aber nicht durch die Färberei, sonderndurch die Weberei, hervorgebracht, dadurch, daß der Schuß mitWechsellade gearbeitet und die Kette in 2 Farben geschoren wird, so daßz. B. ein rother Faden immer neben einem blauen zu liegen kommt.

Die Färber Ripley und Söhne zu Bradford , hatten unter XII.