Band 
Zweiter Theil.
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§. 105. Gefärbte Woll- und Halbwollwaaren.

Nr. 148 Orleans, Eoburgs, Merino's, Alpacas, Balzarine-Brokat undandere gefärbte wollene und halbwollene Zeuge, auch Tischdecken ausgestellt,wofür ihnen ebenfalls die Preismedaillc zuerkannt wurde. VorzüglicheBeachtung verdienen noch die Schottischen Fabrikate in feinen Mantel-stoffen und ShawlS, Plaids. Mit einfachen Zusammensetzungen, na-mentlich in karrirten Mustern, waren reizende Effekte hervorgebracht.

Es ist eigenthümlich, daß einzelne Muster von der Mode durchausgar nicht verdrängt werden, es sind dies die Farben der Schottischen Clans; je älter die Familie, desto weniger Farben sind im Muster;wenn immer zwei Familien durch die Heirath sich vereinigen, so bringensie ihre Farben zusammen, die in einem Shawl zusammen gestellt werden,und die Mitglieder tragen die ShawlS nur in ihren Farben. Die In-dustrie hat sich dieser bestimmten Zusammensetzungen bemächtigt, und dieShawlS kommen unter Namen, wie Stuarts u. s. w. in den Handel.Die Mosaik-Tapeten von Croßley unv Söhne in Halisar sind vonwunderbarer Schönheit; die Farben schwimmen in einander, so daß dieBlumen der Natur ähnlicher sind, als irgend andere Erzeugnisse. DasVerfahren ist komplizirt und verlangt bedeutende mechanische Vorrich-tungen. Für gemischte Waaren, wie die Artikel von Bradsord, sinddurchweg gute Farben gefunden worden, die durch gute 'Appretur nochgeboben wurden. Vorzüglich waren die Farben in Orleans ; ohne daßin dieser Beziehung ein Aussteller dem Andern den Rang streitig machte;denn, wie oben erwähnt, sind dort meist großartige Anstalten, die für 20und mehr Fabrikanten die Färberei-Arbeiten übernehmen. In Maschinen,die aus einem System von Bottichen bestehen, die Beize und Farbe ent-halten, wird Wolle und Baumwolle des Stoffes zu gleicher Zeit gefärbt,und wirklich eine große Masse fertig gemacht. In, Allgemeinen stellt sichheraus, daß die Stückfärberei, namentlich die durch die Mechanik unter-stützte, Vorzügliches geleistet hat, daß aber die Garnfärberei und dieErzeugung brillanter Farben von anderen Ländern überflügelt worden ist.

II. Die Ausstellung der Französischen Erzeugnisse bot einenReichthum an Farben, eine glückliche Anwendung derselben, und so vielEffekt dar, daß unstreitig die Färbekunst in Frankreich als am Meistenentwickelt anzuerkennen ist.

Die Farben der Tuche waren recht gut; vorzüglich ist das Schwarzvon Sedan: es wird mit einem starken Zndigoblaucn Grund, der fastdunkelblau ist, gefärbt und mit Sumach, Blauholz und Eisen schwarzgemacht. Es giebt dieses Verfahren das echteste Schwarz, und Sedanhat einen großen Ruf für seine Waaren, die meist in schwarzen Tuchenbestehen. Sehr gelungen waren die Farben der MrS. Bacot undSöhne unter Nr. 1062.

In BuckökinS, Kasimirs und Paletotstoffen waren geschmackvolleZusammensetzungen und sehr geeignete Farben zu finden. Das Vorzüg-lichste von Bertechc, EheSnon und Eomp. in Sedan Nr. 1082.