570 XVIII. Klaffe. Farben, Muster, Färberei und Druckerei.
als Produkte der Färberei die schönen gefärbten Leder, die besonders ausGent ausgestellt waren.
V. Aus den Niederlanden war, unter Nr. 58 von H. vanRooffen in Utrecht , gefärbte Seide ausgestellt, die angeblich mit demoben erwähnten neu erfundenen Mittel, Polffchromate oder Ehrysammic-säure, behandelt ist. Außerdem war für Färberei nichts Bemerkenswerthes.
VI. Aus der Schweiz war das Türkischroth (s. oben S. 25)vorzüglich schön ausgestellt.
VII. In der Abtheilung Oesterreich waren durchweg gute Far-ben, sowohl in Tuch wie in Seide, Baumwolle und Leinen. Die Farbenin Seide waren von Wien vorzüglich geliefert. Die meiste Anerkennungverdienen die Wiener Shawls, die in Bezug auf Farbe und Farben-Zusammensetzung zu den besten nach den Französischen gehören.
VIII. Aus Sardinien waren unter Nr. 39 von I. Chichizolaund Comp. in Turin prachtvolle Farben in Seidenplüschen und Da-masten. Die Seidcnfärberei ist hier bei weitem vorzüglicher als dieWollenfärberei.
IX. Rußland lieferte in den verschiedenartigsten Stoffen sehrhübsche und gute Farben. Es ist jedoch bekannt, daß es nur durch sehrbedeutende Geldopfer die nöthigen Kräfte gewinnen konnte, und was wireben Gutes zu beobachten Gelegenheit gehabt baben, hat es eingewan-verten Deutschen und Franzosen zu danken.
X. Griechenland brachte gar nichts, was die Entwickelung derFärberei beurtheilen ließe.
XI. Aus der Türkei waren leichte Tuche ausgestellt, die guteFarben hatten; es waren die Farben wollener Stoffe im Allgemeinen viellebhafter, als die der Seidenstoffe.
XII. Aus Afrika war von Algier und Egypten nur Weniges,das zu erwähnen wäre: dagegen war von Tunis eine reiche Auswahlvon bunten und glattfarbigen Geweben, die annehmen lassen, daß dieFärberei dort gut betrieben wird. Es waren besonders die Burnus undEaps, auch Shawls und andere Stoffe für Scemannskleider in gutenund ächten Farben ausgestellt; auch Seidenwaaren hatten gute Farben.Die Anwendung des Indigo in der warmen Küpe kann, nach den Farbenzu urtheilen, dort nicht unbekannt sein.
XIII. Aus Persien waren nur Teppiche ausgestellt, die seineFärberei nicht günstig beurtheilen lassen, dagegen waren
XIV. aus Indien und China sehr beachtungswcrthe Gegen-stände. Es sind vorzüglich die Shawls, die ihrer vielen und buntenFarben wegen Aufmerksamkeit erregen. Mit einer Geschicklichkeit, die Be-wunderung erregt, sind aus bunten Farben, meist in Seide und nurdurch Nadelstiche Palmenmuster, Vogel und die verschiedensten Formen