tz. 141. Gummiwaaren, elastische u. wasserdichte Kleidungsstücke. 689
andcrgerollt werden, so daß es aussieht wie ein Stück Leder. Es hat vieleinteressante und sonderbare Eigenschaften. In Wasser und Alkohol un-auslöslich, löst es sich in Acther, in Schwefelkohlenstoff, in fetten Oelenund in den flüssigen Kohlenwasserstoff-Verbindungen aus.
Bei gewöhnlicher Temperatur ist es weich und elastisch, aber bei- 4 - 2^ Fahrenh. wird es so hart wie Holz. Eine Temperatur von 10l>o F.macht es weicher, ohne die Form zu verändern. Es vereinigt sich dannmit der größten Leichtigkeit, und zwei frisch auscinandergeschnittenc Stückekönnen so zusammengebracht werden, daß es unmöglich ist, die Stelle zubemerken, wo die Vereinigung stattfand. Aber bei einer Hitze von 150" F.wird das Fedcrharz eine klebrige Substanz, welche, wenn sie sich abkühlt,die ursprünglichen Eigenschaften nicht wieder annimmt.
In diesem Zustande des frischen Gerinnens und während es nochin weichem Zustande ist, besitzt das Fedcrharz einen Grad von Bildsam-keit, der ihm erlaubt die verschiedensten Gestalten anzunehmen.
Den größten Theil des in den Handel kommenden Federharzes er-hält man von den Eingeborncn der Ursprungsländer in formlosen Stücken,die am Fuße des eingeschnittenen Baumes oder in einer zu diesem Zweckegemachten Grube gesammelt werden, und in dieser rohen Form, in bedeu-tenden Massen geronnen, gleichen diese Stücke oft großen Baumstämmen.Ein Tbeil jedoch hat eine andere Form, welche die rohe Kunst der Einge-borncn ihnen zu geben bemüht ist. Sie modcllircn aus Thon Figurenvon Thieren, Nachbilder des menschlichen Fußes und birnenförmige Kör-per, tauchen diese Formen in das verdichtete Fedcrharz, und indem sie dieserneuen, wenn die erste Hülle durch Berührung der frischen Lust fest ge-worden ist, erhalten sie, wenn sie die Form zerbrechen und in Stücken auseiner angebrachten Oeffnung herausschütten, hohle Flaschen, Figuren vonThieren, rohe Pantoffeln u. s w. So dient ihnen das Federharz zurBereitung der Gegenstände, wozu wir thierische Häute und Leder benutzen.
Fedcrharz erhalten wir sowohl aus der alten als der neuenWelt. Ostindien liefert Federharze, von denen die Ostindische Kompaniedie früher erwähnten Proben im Krvstallpalast ausgestellt hatte. DasIndische Federharz, das hauptsächlich von Java kommt, ist häufig klebrigund wird im Handel nicht so geachtet wie das, welches die Aequator-länder Amcrika's liefern.
Große Quantitäten von Federharz kommen von Mexiko , vonSüdamerika und vorzüglich aus der Brasilianischen Para. Dasin der Gestalt von Flaschen kommende wird gewöhnlich vorgezogen; wenneS klar ist und seine verschiedenen Lagen gut verbunden sind, kann es so-gleich zu vielen Zwecken verwendet werden. Aber es kommt häufig vor,daß die Lagen, welche vie birncnföriiügen Flaschen bilden, schlecht vereinigtsind. Dann muß es durch Kneten umgearbeitet werden, um eine zusam-menhängende gleichartige Masse zu erhalten. Diese Operation wird be-sonders nothwendig, wenn, wie gewöhnlich, das Federharz aus großenII. 44