Band 
Dritter und letzter Theil.
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Schneidwerkzeuge :c. tz. 9. Zollverein.

den Englische Muster aus das Getrcueste an äußerer Form und Zusam-mensetzung wie in innerlicher Güte nachgebildet werden. Wer ohne diesenZweck zu kennen die Rcmschcider Werkzeuge betrachtete, mußte durch diezur vollkommensten Täuschung getriebene Uebereinstimmung Mancher der-selben in Erstaunen gesetzt sich fragen, wie und weshalb hier auch Gegen-stände sabrizirt werden, welche den Gewohnheiten des Teutschen Arbeitersgänzlich fremd sind. Bei den Tischlerhobcln siel dieß vorzüglich auf, dadiese nicht allein in der Form, sondern auch rücksichtlich des Materials(Rothbuchenbolz» so scbr von den bei uns gangbaren abweichen. EinLurus, wie ihn Sbcfsielder Aussteller so allgemein durch die im Handelweder geforderte noch bezahlte seine Politur ihrer Werkzeuge, durch ungewöbnliebe und nur für die Schaustellung berechnete Verzierungen, durchVorlegung außerordentlicher Kunststücke »e. entwickelten, fand sich an denDeutschen Erzeugnissen freilich nicht; sie waren dadurch aber gerade eindesto treuerer Ausdruck des Zustandes der regelmäßigen Fabrikation undder Beschaffenheit, in welcher die Gegenstände in den Handel gelangen.Das Auge des Laien wurde freilich weniger bestochen, aber der Blick desKenners desto mehr befriedigt, weil er sah, daß waS bicr gegeben wurdeWahrheit und »richt Festtagsprunk war; der Eindruck siel desto tiefer aus,und hinterließ das wohlthuende Gefühl der hoben Achlungswürdigkeitunserer vaterländischen Industrie.

Im Allgemeinen tragen die aus der ganzen Remscheidcr und So-linger Gegend hervorgehenden Handwerksgeräthe so sehr einen gleich-mäßigen und übereinstimmenden Eharaktcr an sich, daß cö der Regel nachunmöglich wird, Einzelnes dein Andern vorzuziehen, sofern nicht die grö-ßere oder geringere Vielseitigkeit der einzelnen Fabriken einen Unterschiedstoischen ihnen begründet; es bleibt deshalb fast nichts übrig, als die Ge-genstände eines Jeden namhaft zu machen und gelegentlich einige Bemer-kungen beizufügen.

Hilger und Söhne, LuckhauS und Günther, P. E. Luck-baus und Eoinp., Joh. Bcrnb. Hascnklcver und Söbne zuRemscheid , hatten gemeinschaftlich eine höchst umfassende Sammlung vonWerkzeugen zur Ausstellung eingesandt, nämlich: Hobeleisen ; Stechbeitel,Lochbeitel und Hobleisen für Tischler; Locheisen ; Zangen, Feilkloben, kleineund große Schraubstöcke, darunter Parallel- Schraubstöckc zum Drehennach bekanntem Englischem Modell (von Stubs in Warrington ); Zirkel,Drabtklinken; Schraubcnschncidcisen; Scbraubcnkluppen, z. B. eine großezu ungesäbr 1.1 Zoll dicken Schrauben, andere nach (Wbitworth's inManchester » neuerem Modell mit drei Backen und Keilstellung; Tischlcr-Bobrwinden mit Einsätzen, ganz in» Englischen Styl; sogenannte Eckenbohrcr mit zwei konischen Zahnrädern und Kurbel; Nagelbohrer; Tischler -bobel treu nach Englischen Modellen und eben so sorgfältig wie dieseausgefübrt; eine Kreissäge von 20 Zoll Durchmesser, 4b verschiedene