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XXII. Klasse. Metallwaaren.
reich dckorirt und für vier Solarlampen und 81 Kerzen eingerichtet. Cho-pin erhielt die PrciSmedaille. An diesem wie an den vorhergehend erwähn-ten Kandelabern war weder Mühe noch Material gespart. In wie weitdie Darstellung solcher Gegenstände in Rußland wirklich zur Fabrikationgediehen ist, läßt sich aus dem, waö die Ausstellung geboten hat, nichtersehen und kann nach solchen Pracht-Ercmplarcn allein nicht beur-theilt werden; von mehr ordinairen Gegenständen dieser Abtheilung warnichts ausgestellt.
I. Vereinigte Staaten.
Nr. 46. Cornelius und Comp. in Philadelphia hatten zweigut gearbeitete Bronze-Kandelaber mittlerer Größe im Geschmack derRenaissance ausgestellt, an welchen sie, nach ihrer Angabe über ein halbesJahr gearbeitet haben, was gerade auf keine sehr ausgedehnte Fabrika-tions-Einrichtung hinweist. Eine der bedeutender» Pariser Bronzc-Waaren-Fabriken würde auch nach einer ganz neuen Zeichnung eine solcheArbeit in zwei Monaten liefern. Dagegen wird im illustrirtcn Katalogewohl mit etwas zu starker Färbung angegeben, die Aussteller lieferten fastdas ganze Bedürfniß des Amerikanischen Marktes. Die Zeichnung derKandelaber ist nicht übel, und die Ausführung gut. Für die Vernirungwird eine besondere Verbesserung in Anspruch genommen, welche in einemvon den Ausstellern als Geheimniß bewahrten Firnisse bestehen soll.Wir konnten jedoch gegenüber den Pariser Arbeiten keinen Vorzug ent-decken. Cornelius erhielt die Prcismedaille.
Die Chinesische Ausstellung hatte mehr den Charakter einer Chine-sischen Raritäten-Sammlung, als einer Repräsentation der gegenwär-tigen Gewerbthätigkeit in Cbina. Die Erzeugnisse aller Zeiten, welcheaus diesem merkwürdigen Lande beschafft werden konnten, standen inbunter Vcrmengung nebeneinander. Dies trat in besonders auffallenderWeise bei den ausgestellten metallischen Gegenständen hervor, welche, ab-gesehen von den Silber- und Goldarbeiten, insgesammt zu dekorativenZwecken dienen und theils aus Bronze- und Kupfcrgüssen, theils aus ge-triebenen Arbeiten von demselben Metalle bestanden. Neben den barockenFormen, mit welchen der Chinese das Vollkommene, was die Natur ge-schaffen hat, karrikirt, anstatt, wie unsere Äunstbegriffe bedingen, es sozu sagen konzentrirt wieder zu geben, waren unter den ausgestelltenChinesischen Mctallarbcitcn einige von sehr schönen Formen, Bronze- undKupfergefäße thcilweise in den zierlichsten Zeichnungen mit Silber einge-legt. Die Etrurische Form und Zeichnung ist daran aber so entschieden,daß wir, trotz der zugleich in die Gegenstände cingeäzten ächt Chinesischen Zeichnungen, nicht anders annehmen können, als daß dieselben aus demalten Ctruricn nach China gewandert, und dort von chinesischerHand noch weiter bearbeitet worden sind. Diese Gegenstände haben