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XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.
haben. Alles dies wird jedoch in seinen! Gesammtwerth durch ein Paar Armbänderübertreffen, die drei ungeschliffene aber polirte Rubinen von außerordentlichem Feuerund Tiefe der Farbe enthalten, und ganz vorn in der Mitte, umgeben von zehn gro-ße» Diamanten erblickt man denDurra-i-noor, der, obgleich schlecht geschnitten undschlecht gefaßt, seines großen Umfangs und seiner Reinheit wegen einen außerordent-lichen Werth hat.
Ihm zur Seite sieht man einen Halsschmuck mit 240 schönen OrientalischenPerlen, welcher mit einem ähnlichen Halsgeschmeide auf der anderen Seite auf7000 Lstr. (gegen 50,000 Rthlr.) geschätzt ist. Wir erwähnen noch einer kleinenKanone von weißem Karneol, die seltenen Gefäße, Trinkschalen und Becken vonBergkrystall, eines kleinen als Juwelenkästchen benutzten Schwanes von glänzendemDiamant ähnlichem Bergkrystall, mehrere Gefäße von Jade , alle mehr oder wenigerreich, aber immer zierlich mit Arabesken in Gold und Edelsteinen verziert, die mitder Grundfarbe des Jade gut Harmoniken; endlich noch der zierlichen Halsschmuckevon in Gold gefaßten Rubinen, Arbeiten, die unseren Europäischen Juwelieren zumgrößten Theil als Vorbilder dienen könnten.
Unter den Filigranarbeiten befinde» sich zwei breite Halsbänder von Gold, derenArbeit in Feinheit fast den Brüsseler Spitzen gleichkommt, obgleich sie aus dem So-lide» gearbeitet zu sein scheinen. Die meisten Arbeiten dieser Gattung sind ausAgra, Eutsch, Delhi und Tritchinapaly. Die wunderbarste derselben ist eine Silber-schnur aus Filigran, die so vollkommen gearbeitet ist, und deren Glieder so genauan einander paffen, daß sie, obwohl einer soliden Silberspange gleich sehend, doch dieBeweglichkeit einer seidenen Schnur hat.
Doch wir würden zu keinem Ende kommen, wenn wir auch nur alle die merkwürdigsten Gegenstände der prachtvollen Indischen Ausstellung hier einzeln aufführenwollten, und wir schließen mit den Worten Blanqni'S, der eben so wahr als tressend sagt: ')
Die Kunst der Jndier. . . gleicht keiner anderen. Sie hat nicht das Bizarre derChinesischen Geschmacks, noch das Regelmäßige der Griechischen und Römischen, nochdas Alltägliche der modernen Kunstrichtung. Sie ist eine Kunst für sich, in sichselbst konsequent, nüchterner und strenger, als man glaubt, selbst in ihren Verir-rungen, eine Kunst, die niemals sich verändert, niemals von auswärts etwas entlehntzu haben scheint.
') Kapport ä I'-dcademie des Sciences älorsles et kolitigues de I Institut parklangen.
§. 80 .
Preisgericht und Zuerkenmmgett desselben.
Mitglieder der Jury:
Albert, Herzog von Luynes, Vorsitzender und Berichterstatter, Mitglied de§Instituts von Frankreich , Französischer Juror.
Henry Hope, stellvertretender Vorsitzender, Mitglied des Englischen Parlaments,,Englischer Juror.
Don FranciSco Elvrza, Spanischer Juror.
James Garrard, erster Warden der Londoner Goldschmieds-Innung, Engli-scher Juror.
John Gray, Silberarbeiter, Englischer Juror.
Ludwig Grüner, Künstler, Juror und Berichterstatter für die ZollvereinSstaaten.