Band 
Dritter und letzter Theil.
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302
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302 XXIV. Klasse. Glaswaaren.

rothen, blauen, grünen; schivarzen >c. Schwefel- und Kohlenstofffärbnngen des LapisLazuli . des Hanpns, des EölestinS, SchwerspathS, des Steinsalzes, des Demants,des blauen und grünen künstlichen Ultra,»arins, der durch Schwefel gefärbte» gelbenund schwarzen, sowie der durch Kohlenstoff gefärbte» gelben, rothen, braunen undschwarze» tünftlichen Gläser erinnern will.

In Deutschland war die Kunst, farbige GlaStaseln und namentlich rubinrotheUebcrfanggläser mittelst Knpferorhdnl darzustellen, nie verloren gegangen, nur wurdedie Kunst wegen Mangels an Nachfrage wenig ausgeübt. Die erste Veranlassungzur Wiedereinführung des rothen Ilebcrfangglases gab der Zinngießcr Bühlcr, inUrach (Württemberg ), welcher im Anfange dieses Jahrhunderts sich mit Glasmalereibeschäftigt hatte. Aus einer alten Glasn,achersanntie z» Frendenstadt sollte derselbedie Vorschrift zur Darstellung des N,,bi»glaseS gegen eine Vergütung erhalte»; Pro-fessor Schweig Häuser zu Etraßbnrg, dem man viel für die Knust der Glasmale-rei verdankt »nd der mit Bühl er schon lange Zeit in Verbindung stand, übernahmdie Auslagen »nd besorgte die Anschaffn»,; der nöthigen Materialien. Aus einerGlashütte in, Schwarzwalde wurde Vühler von dem Eigcnthümer der Vorschriftin das Geheimnis, eingeweiht »nd machte auf dieser Hütte die ersten Versuche, welcheerkennen liessen, daß die Vorschrift gut sei. Vühler besuchte dann in Etraßbnrgden Professor Schwcighäuser und machte dc» zweite» Versuch auf einer Glas-hütte in, Elsaß und einen dritten aus der Glashütte zu Hagenau . Schweighä»-ser stellte ebenfalls mehrfach das Rnbinglas dar und halle es bereits l8l1 zu einergroße» Vollkommenheit gebracht, wie solches der Französische Monsieur von, 28. Sep-tember 18>I bestätigt.

Obwohl »nn das rothe Ilebersangglas und besonders seit den, Jahre l8ll>, woDr. Engelhardt aus mehrere» Lothringcnschc» Hütten sich »in die Vervollkomm-nung des Verfahrens hohes Verdienst erwarb, im,»er bekannter wurde, »ahn,Schweighänser, doch erst »ach dem um l82l) erfolgten Ableben Bnhler's, kei-nen Anstand niehr, das überall noch mehr oder minder als Geheimniß behandelteVerfahren möglichst allgemein zu machen und so eine für letzteres »nr höchst günstigeKonkurrenz zu eröffnen. Er schickte daher das Nczcpt, welches zur rolhen Frittc Kie-selsanv, Potasche, Knpferkalk und Zinnkalk in bestimmten Mischungsverhältnissen ver-langte, womit nach denselben Regeln wie in, tüten und litten Jahrhundert übersängen wurde, zuerst in mehrere Glashütten Böhmens „nd bewog 1827 Dr. Engelhardt mit dieser Vorschrift in» den Preis zu konknrrircn, welchen der Verein zurBeförderung des Gcwcrbsteißes in Preuße» für die Fertigung des rothc» lleber-sangglases und die Mittheilung deS dessallsigen Verfahrens ausgesetzt hatte, welchenPreis auch Engelhardt erhielt. Diesen Thatsache» zufolge gebührt Bühler odervielmehr Schweighänser, der jenen ermunterte und leitete, die Ehre der Wieder-einführung des Rubinglases.

In Frankreich dagegen muß diese Fabrikationsweise dennoch leine sehr allgemeineVerbreitn,,,) erlangt haben, indem in, Jahre l82li ein Aufruf an die GlaöfabrilanteiiFrankreichs erging, Rnbinglas darzustellen, welche». Aufrufe der damalige Dircltorder Glasfabrik zu Ehoisy le Roi, Bonteuips, der auch in anderen Zweigen derGlasfabrikation sich viel Verdienste erworben, sogleich nachkam und seit jener Zeitvortreffliches Rubinglas fabrizirte.

Schön rothes Glas kam, auch ,„titelst Mangansäure hervorgebracht werde», wo-von nebst anderen Farbe» des Glases bei den Hohlgläscrn die Rede sein wird.

Ein MchrereS über die Glasfabrikatio» im Allgemeine», namentlich der Gas-feuerung (aus Steinkohle» und Torf), der Schmelzung in Flammöfen, der Fabrikation der Ofensteine und Häfen, der Anwcndnng der Schwimmringe, sowie über dasBelege» mit Platin, Jod, Blei »nd andere» Metallen wird sowohl bei den Hohlglä-sern wie bei den Gnßgläsern noch besprochen werden.