tz. 95. Vorwort.
361
meistens Feldspath mit oder okme Beifflgung von Quarz, Kreide, Gyps;die Glasur stimmt mit dem zur Masse zugesetzten Flusse wesentlich übereinund besteht ebenfalls aus Felvspath, zuweilen mit etwas Gyps, aber niemit Blei- oder Zinnoryd. Die größere oder geringere Gleichartigkeit derGlasur mit dem Flusse der Masse und gleichsam das Zusammenschmelzenbeider bedingt die Vorzüglichkeit dieser Waare, namentlich auch daS seltenereVorkommen von Glasursprüngen. Für die Fabrikation des achten Por-zellans ist bemcrkenöwcrtb, daß das Gaarbrcnnen der Masse, wobei diesedicht, glasig und durchscheinend wird, mit dem Aufbrennen der Glasur ineiner und derselben Operation geschieht.
1. Chinesisches;
2. Japanisches Porzellan;
3. Porzellan vom Kontinent, als Berliner, Meißener w.
Diese Nntcrabthcilungcn des ächten Porzellans sind unwesentlich,da nicht eine, sondern wenigstens drei, der Güte nach sehr von einanderabweichende Sorten des Clanen scheu, noch viel mehr aber des kontinen-talen Europäischen Porzellans vorhanden sind. Man könnte demnach soweit gehen, für fede Porzcllanfabrik eine oder selbst mehrere besondereUnterabtheilungcn zu bilden, was jedcnsalls nur Verwirrung herbeifüh-ren würde.
6. Statuen-Porzellan, Biscuit, und zwar:
1. ächtes unglasirteS Porzellan (düaknarv),
2. Parisches Porzellan «Pari:»,). Dieser Name ist abgeleitet vonder durch ihren Marmor berühmten Insel Paros . UnglasirteS StatuenPorzellan von einer dem Englischen Porzellan äbnlichen, aber streng-flüssigeren Zusammensetzung, weniger Fluß- und mehr Kiesekerdezusatz ent-haltend ;') die Farbe der Masse zeigt einen etwas milden gelblichen Ton,die Oberfläche ist wachöartig oder fettig schimmernd ; die aus dieser Massedargestellten Statuen und Statuetten gewinnen dadurch gewissermaßenein angcnebmcö wärmeres Ansehen, als die aus ächtem weißen Porzellanverfertigten.
3. Earrara. Eine Benennung nach dem durch seinen Marmorgleichfalls berühmten Earrara in Toskana , zwischen Parian und Stein-zeugmasse in der Mitte stehend, weniger durchscheinend als Parian undvon etwas weißerer Farbe.
t'. Weiches Porzellan und Fritten-Porzellan; leichtflüssi-ger als das ächte.
1. Englisches weiches Porzellan, die Masse zusammengesetzt ausKaolin, plastischem sich weiß brennenden Tbonc, Feuerstein, und als FlußMittel Pegmatit, Coi-uCI, »tvue (Granit mit wenig Glimmer), Gyps oderKnochenasche (phosphorsaurer und kohlensaurer Kalk mit wenig Bittererde)in sehr verschiedenen Verhältnissen; der Zusatz von Knochenasche betrugsrüber in einzelnen Fabriken bis zu 49 Prozent, wird aber in neuerer