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XXVII. Klasse. Fabrikate aus Mincralstoffen.
Abschnitt >.
Arbeiten aus Stein und Steinkohle.
Z. 115.
Arbeiten aus Marmor und Tropfstein.
a) Britische Aussteller.
Mannigfaltigkeit und Reichhaltigkeit zeichnete hier die Englische Seite der Aus-stellung ganz besonders aus, sowie nicht minder die technische Vollkommenheit derMarmorarbeiten, des Schneidens, Schleifen«, Polirens ic. (was fast überall mitMaschinen verrichtet wird) al» auf unerwarteter Höhe stehend, bezeichnet werden mußte.
Eine andere bemerkenSwerthe Seite der Englischen Marmorarbcitcn waren diefast durchaus gefälligen, den Zwecken entsprechenden Formen, so daß z. B. die großeMenge Englischer Kamineinsassungen fast ohne Ausnahme den Französische» derarti-gen Einsendungen vorangestellt werden mußte; der bei letzteren gewählte eigenthüm-liche Rvccocostyl stach gewaltig gegen die einfachen, gefälligen Formen der Englän-der, sowohl von, Standpunkte des Schönen, als dem der Zweckmäßigkeit, ab, einFall, wo den Franzose» Englische Mnster empfohlen werden konnten.
Viele der sogenannten eingelegten Arbeite» zeigten hinsichtlich Schärfe, der ge-wählten Formen und Zeichnungen von dem eifrigen Streben der Engländer, denItalienischen Meistern nachzukommen, ja mehrere derselben mußten als bereits mitletzteren ans gleicher Stufe stehend bezeichnet werden.
Die mächtigen Lager von meist schönen Marmorarten, welche England (Der-byshirc, Devonshire, Porkshire, JSle of Man) und Irland (Donegal, Galway , Li-inerick, Cork ) besitzen, liefern alle möglichen zu gedachten Arbeiten erforderlichenMaterialien, so daß England die Italienischen Marmorarten, vielleicht mit Ausnahmedes (weißen) carrarischen, recht gut entbehren kann. ')
Besonders hervorzuheben sind folgende Aussteller:
I. Vallance, Marmorwerke zu Matlok, Derbhshire (40) bot den Beurthei-leru die reichste und schönste Auswahl beinahe allein in daS Kunstgebiet gehörigerArbeiten in Dcrbpshire-Marnior. Um Aufblühen und Fortschritt dieser Marmor-werke hat sich der Herzog von Devonshire, zu ChatSworth , großes Verdienst erwor-ben, indem er stets bemüht war, den Unternehmern die besten klassische», Griechi-schen, Römische» wie modernen Florentiner Foruien als Muster vorzuführen, nichtminder sie durch zahlreiche Bestellungen und Selbstankäufe zu ermuthigen.
Ganz besonders ausgezeichnete Stücke dieses Ausstellers waren nachbemerkte:
1. Gin Marmortisch mit länglich, viereckiger Platte, von schön geformten Säu-len getragen; letztere, wie die Einfassung der Platte, von schwarzem Marmor ausden Brüchen des Herzogs. Die Tischfläche (5 Fuß lang, 3 Fuß 2 Zoll breit) au«Malachit Englisch -Südaustralischer Kolonien gearbeitet, war von einer antiken, einge-legten Bordüre begrenzt. Die Mitte der Malachitmaffe, die an Farbe und Schönheitder Zeichnungen jener aus Sibirien und Perfien an die Seite zu stellen ist, schloßin ihrer ganze» Tiefe (Dicke) ein sehr schönes Stück Kupferlasur (nach der Angabedr« Ausstellers Lapis Lazuli ) ei», was als eine mineralische Merkwürdigkeit (?) be-zeichnet wurde.
2. Desgleichen ein Tisch aus schwarzem Marmor, dessen Platte ein reguläresAchteck bildete, woselbst im Mitteltheile ein Kranz von 24 verschiedenen Blumen ausden seltensten Mincralsubstanzcn gebildet war. Dieser Tisch war besonders geeignet,die hohe Stufe zu erkennen, auf welcher sich in Derbhshire die Kunst des Eierlegensbunter Marmorsorten und Halbedelsteine befindet.