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§. 147. Kraftspiolc und Spiclwaarcn.
waarenläden, oder selbst an die Vorübergehenden in den Straße» zu verkaufen. Un-ter so ungünstigen Verhältnissen ist natürlich nicht zn erwarten, daß sich die Erzeug-nisse dieses Gewerbes schnell vervollkommnen werden, »nd daß sich namentlich einbesserer Geschmack leicht Geltung verschaffen könne. 2» der That sind die Eng-lischen Spielwaarcnfabrikanten weit hinter ihre» kontinentalen Konkurrenten zurück-geblieben. Nach den bestimmtesten Versicherungen von Sachkennern ist seit den letz-ten 20 Jahren in den Englischen Spielsachen kaum eine Veränderung eingetreten,so daß man weiter anseinauderliegcndc VergleichnngSzeitpunkte aufsuchen muß, umüberhaupt einen Fortschritt wahrzunehmen.
Daß aber auch hier wenigstens das Bestreben zur Vervollkommnung vorhandenist, welches unter geeigneten Umständen zn ähnlichen Resultaten führen könnte, wiewir sie in den übrigen Zweigen des Englischen Gcwcrbcwesens beobachten, sollteman fast aus einer Stelle in der bekannten Novelle von Charles Dickens „dasHeimchen auf dem Heerde" (T bc oricleet o» tbc Iioarib) schließen, wo der unver-gleichliche Beobachter Englischer Sitten und Zustände, Caleb, sage» läßt: „Woll-ten Sie mir nicht erlauben, Mad'm, Borcr einen Augenblick in den Schwanz zukneifen? Er könnt' es übel nehme», es ist wahr, Mad'm, allein ich hab' jetzt ebeneine kleine Bestellung bellender Hnnde bekommen und ich möchte der Natnr so treubleiben, als es für Sirpcnce möglich ist. Nichts für ungut, Mad'm."
Puppenstuben, Krämerladen, Branerkarre», Wagen und Pferde — der Leib auseinem Cylinder bestehend, i» welchem ein kopfartiger Aufsatz und vier runde Stückeals Beine eingesteckt sind — bilden die Hauptprodukte der Englischen Industrie indieser Branche. Spaten, Schiebkarrcn, Gartcnwalzen, Rechen, Springseile, Kant-schuckbälle, Drache» und ähnliche Spielsachen werden ebenfalls in bedeutenden Quan-titäten in England fabrizirt. Puppenköpfe von Wachs oder Komposition werden fastausschließlich in England gemachk, hölzerne Puppen aber und Papiermachö-Puppcn-kopfe von dem Kontinente bezogen, die Leiber dazu aber in England verfertigt.
Fast sämmtliche bessere Spielwaaren werden von dem Kontinente, namentlichaus dem Zollvereine, in England importirt. Da jedoch die Spielwaarcn in denEnglischen Zolllistcn unter der Rubrik der nicht speziell benannten Waaren (Komisnnenumeratoü) eingetragen worden, so können wir hier kein dctailirtes Verzcichnißder einzelnen Gattungen, welche eingeführt werde», geben. Aber welche Ausdehnungdieser Handel hat, und welche Länder vorzugsweise dabei bctheiligt sind, läßt sichaus nachstehender Liste ersehen, wobei wir jedoch nicht vergessen dürfen, daß unterden Hansestädten hauptsächlich ^die Produkte Württembergs, Bayerns und mehrereranderer Deutscher Staaten mit aufgeführt sind, die nur von dort aus nach Englandverschifft werden.
Von den Englischen Ausstellern erhielten folgende die PreiSmcdaillc:
Augnsta Montanari, Uppcr Charlotte Street, Fitzroy Sgnarc, London .Die AuSstellerin hat das merkwürdigste und schönste Assortiment von Puppen in derganzen Ausstellung geliefert. Es besteht aus einer großen Anzahl von Figuren, dieFrauen und Kinder in jedem Lebensalter, in elegant möblirtcn Räumen zu Familien-gruppeu arrangirt, darstellen. Säiumtlichc Puppen sind mit großer Kunst treunach dem Leben modellirt, Haare, Augenbrauncn nnd Wimpern sind einzeln in dasWachs eingesetzt und machen in der That einen überraschenden Effekt. Auch dieverschiedenen Alter, sowie der Stand der rcpräsentirten Personen ist mit vielerLebenswahrheit aufgefaßt und wiedergegeben. Der sehr hohe Preis dieser Puppenjedoch macht dieselben nur den Kindern reicherer Stände zugänglich, denn derselbevariirt für Puppenlciber von 10 Sch. bis lOö Sch. das Stück, während angeklei-dete Puppen je nach dem Werthe des Stoffes der Anzüge ungleich höher zu stehenkommen. Dieselbe AuSstellerin hatte in einem »eben dem Hauptschranke besindlichen