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Gegenstände der Plastik.
Die Skulptur im größere» Maßstabe. Ungeachtet des mäßige» Um-fanges dieses Königreichs ist in demselben Talent und Sinn für die bildenden Künsteso sehr verbreitet, daß es darin mehr leistet, als so manche Länder, welche ihm anUmfang unermeßlich überlegen sind. So hat fich daselbst etwa in den letzten 25 Jahrenneben der so blühenden Schule der Malerei eine Schule von Bildhauern gebildetwelche mehrere ausgezeichnete Künstler hervorgebracht hat. Der Charakter derselbenneigt sich, der ganzen Kunstanlage des Volkes gemäß, zum Malerischen, welches sichtheils in der Art der Komposition, theils in den bisweilen stark ausgeladenen, odermindestens rundlich behandelten Fläche», ausspricht. Wenn dabei bei mehr ideellenGegenständen öfter eine große Gefälligkeit erreicht wird, so läßt bisweilen der Mangeldes Gefühls eines Knochengerüstes und das Gesuchte mancher Motive einen ungün-stigen Einfluß des Canova wahrnehmen. Von entschiedener Tüchtigkeit ist dieseSchule in portraitartigcn Bildungen. Es macht sich darin wieder die realistischeSeite der ganzen Kunstantage der Belgier geltend. Wiewohl fast alle namhaftenBildhauer Belgiens auf der Ausstellung vertreten waren, haben doch einige nichtgerade Werke herüber geschickt, welche eine richtige Vorstellung ihres Verdiensteserwecken.
E. Simonis (Nr. 464.), Gottfried von Bouillon zu Roß fordert, die Fahneerhebend, zum Zug nach dem gelobten Lande auf. GyPSabguß der in Bronze aus-geführten, und auf der klare kovale zu Brüffel aufgestellten kolossalen Reiterstatue.Der Ausdruck des Kopfes ist lebendig und begeistert, die Handlung sehr sprechend,die Ausführung ungemein fleißig. Weil die Formen in der freien Luft stets etwasmagerer erscheinen, als sie sind, hat der Künstler denselben bei Mann und Roß einesehr kräftige Ausladung gegeben, ist aber darin doch zn weit gegangen und hatgegen das plastische Prinzip in der Behandlung der Flächen verstoßen. Auch bildenzwei Beine der Pferde in der Seitenansicht zu parallele und wenig glückliche Linien.
Daß derselbe auch die zarten weiblichen Formen wiederzugeben im Stande ist,zeigt seine fleißig ausgeführte Statue der Wahrheit, welche die Lüge unter die Füßetritt. Nur ist der Gegenstand nicht deutlich genug ausgesprochen. Zwei Knaben,von denen der eine über seine zerbrochene Trommel weint, beweisen, daß er auch dasGebiet des mehr Genreartigen und Derbrealistischen mit Erfolg behandelt. PreiS-medaille.
C. A. Fraikin (Nr. 465.), Psyche, welche, den kleinen Amor auf der Schulter,fich leicht einher bewegt, ist von ungemeiner Lebendigkeit des Motivs, von großerZierlichkeit in den einzelnen Formen, und gewährt von den verschiedensten Stand-punkten gefällige Ansichten. Nur die Bewegung der Hände hat etwas Gesuchtes inder Weise des Canova. PreiSmcdaille.
Wilh. GeefS zu Brüssel (Nr. 466.), ein Löwe, welcher sich von einer hübschen,unbekleideten Frau die Klauen abschneiden läßt, soll die Macht der Schönheit selbstüber thierische Wildheit aussprechen. Die weiblichen Formen sind sehr gefällig,vielleicht zu weich, das Ganze indeß sehr fleißig ausgeführt. GyPSabguß. Die sehrfleißige und lebendige Büste Sr. Mas. des Königs der Belgier. Preismedaille.
2. Tnerlinckr von Mecheln (Nr. 456.). Der berühmte Maler Giotto betrachtetals Knabe voll Freuden seine erste Zeichnung. Ein lebendig aufgefaßtes und inMarmor fleißig ausgeführtes Werk. Preismedaille.
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