Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
689
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§. 167. Eintrittsgelder und Bevölkerungszuwachs in London . 689

Ueber wenige Frage» ist die öffentliche Meinung so sehr im Irrthum gewesen,wie über die, wie viele Ausländer wohl die Ausstellung besuchen würden. Dieeinzige Quelle, welche über diesen Punkt sicher» Aufschluß giebt, sind die Fremden-listen des Ministeriums des Innern, die indessen auch nicht vollständig sind. Nachdiesen betrug die Zahl der auf Englischem Boden gelandeten Ausländer (incl. Ame-rikaner) im Jahre 1848 : 10,340; 1849 : 21,588; 1850 : 23,801.

In den 6 Monaten voni 1, April bis 30, September des Jahres 1850 sindangekommen 15,514; in derselben Periode des Jahres 1851 waren angegeben 58,427,oder 42,913 niehr als im Jahre vorher, also ein Zuwachs von 279 Prozent, Injener Zeit trafen indessen allein mit den Dampfschiffen und der Südwestbahn schon102,252 Passagiere mehr als im Jahre vorher vom Kontinent in London ein, wasmit Wahrscheinlichkeit auf eine höhere, als die oben angegebene Zahl der Besuchervom Kontinent schließen läßt. Wenn nian aber auch jene Zahl um die Hälfteerhöht, so erscheint der Besuch vom Kontinente doch noch gering im Verhältniß gegenden Besuch von den Britischen Inseln und bleibt weit unter den anfänglich ver-mutheten Mengen, Dies ist wohl den verschiedenen Umständen zuzuschreiben, welchefür den Bewohner des Kontinents eine Reise nach England grade in demselbenMaaße erschweren, wie sie umgekehrt dem Engländer eine Reise nach dem Kontinenterleichtern.

Die Liste derjenigen Deutschen , welche sich während der Dauer der Industrie-Ausstellung bei der Königlich Preußischen Gesandtschaft in London gemeldet habenbegreift 13 Fürsten , 1 Grafen, 1 Minister, 1128 Kaufleute und Fabrikherren,358 Civilbeamte, 86 Militairs, lll Mechaniker, 3l0 Landwirthe und Grundbesitzer,298 Handwerker und kleine Gewcrbtreibcnde, 193 Geistliche und Lehrer, zusammen2499 einem bestimmten Stande und Berufe ungehörige Personen,

Zur Erleichterung für die von Deutschland herüberkommenden Gäste wurde vonder VereinSländischen Kommission ein Erknndiguugsbüreau in Albion Street 43Hpdcpark Terrace, eröffnet. Man hat sich bemüht, bei demselben dein Handelsstandedie auf die Vereinsländischeu Ausstellungsgegenstände bezügliche Auskunft zu erthei-len, die Deutschen Industriellen, welche die Ausstellung besuchten, thunlichst z» orien-tiren und denselben bei der Erreichung ihrer Reisezwecke, so wie bei ihrer Rückreisenach der Heimath, möglichst behülflich zu sei». Zur vollständigere» Erreichung dieserAufgaben wurde im AuSstellungSgebäude selbst, in der VereinSländischen Abtheilung,ein VereinSländisches Ofsice mit einem Agenten etablirt, in welchem sowohl alle,auf die ausgestellten Gegenstände, auf deren Placirnng und Arrangement bezüglichenMittheilungen und Anfragen abgegeben, Preiskourante abgeliefert, und Bestellungenfür die Aussteller gemacht werden konnten, als auch für die aus der Heimath kom-menden VereinSländischen Industriellen und sonstigen Reisende» dadurch ein er-wünschter Vereinigungspuukt gegeben war. ES wurde damit ein Fremdenbuch, worindie ankommenden Deutschen ihre Namen und Adressen eintrugen, die Empfang-nahme von Briefen für anwesende und erwartete Deutsche , und ein Leselokal ver-bunden und aus dem daselbst geführten Fremdenbuche den Londoner Zeitungen Fremdenzettel über die angekommenen Deutschen mitgetheilt. In diesem Vereinsländi-schen Ofsice fanden die Deutschen Besucher der Ausstellung eine» ihnen nützlichenund werth gewordene» Sammelpunkt und wurden dadurch in der Erreichung ihrerReisezwecke wesentlich gefördert.

Für die Anssteller aus Sachsen , Bayer» und Württemberg waren noch besondereBüreau's mit mehreren Agenten in ähnlicher Weise errichtet.

Die Mitglieder der VereinSländischen Kommission bemühte» sich außerdem, fürdie in London eintreffenden Landsleute, nicht allein behufs der planmäßigen Besich-tigung der Ausstellung, sondern auch behufs der Verfolgung ihrer sonstigen ZweckeIII. 44