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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CLVIII
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Das dritt buchciviijren wurden zu künigen erweli/ aberes ward inen nitgantz freier vnnd voffergewalt verhengt. Sie maochten nit ein ietlichen überein hoͤre zſm hauptman-sund̾ welcher aller tugenthafftigster gefunden war-de vnd mer bereit zuͤthůndan̄ zſuheissen, den setztensic einem hoͤre vor. Wan̄sie in krieg zugen, namensie mit inen ettliche abgoͤttische bild, durch welcheranschauwung sie gereitztwurden manlich zustreitende.Sie setzten vff Ire nehstenfründ alle kriegs hendel-in welcher angesicht sie inenfürnamen entweders eerliche überwinden/ oder mirvnnd lob faßen. Sarumb kamen jrekinder, weyber vnd eltern zum streit, daß siegezeuigen weren deß streyts. Sie brachten auch die entpfangen wunden zukind find iniren muͤtern vnd haußfrawen, als eerliche zeichen der manlichen standhafftigkrieg gangenkeit. Sie weiber giengen jren mannen nach zuͤm streit, vnd brachten inen life-rung vnd vermanten sie kecklichen züfechten. Van findt auch das vff einzeit ein gantz höre were flüchtig worden, wo die weiber mittirer vermanungVyber zuerhoffetvnd entblößten brüsten inen nit entgegen weren kommen/ vnd sie man hafftigergmacht hetten. Sie opfferten zu ettlichen bestimpten tagen hem gott Mercu-rio menschliche opffer vnd dem gott Marti opfferten sie anderethier. Wannsie etwas wolten anfahen, hetten sie acht auff den niiwen oder auff den vol-mon. Sie zelten in jren geschefften die nacht vnd nit die tag. Wan sie zūmrath giengen, namen sie Ire wafen mit inen. So einer flüchtig oder ein verræ-ter ward ergriffen, henckten sie in an ein baum, aber was onnütz leiit waren,onstreitbar/ oder sunst breschafftig am leyb, die stiessen sie in ein sumpff od inein moͤsecht grund/ vnd verdeckten sie als die nitt vnder den andern leüten le-ben solten. Ir oberkeit dorffrnichts offentliche oder heimlich ongewaffnet thuͤn.Es ward schmelich vnd gleich fur ein laster geacht, wann einer im krieg beyleben blib, vnd sein hauptman gefallen was, es were dan sach das er den platzhett behalten. Ser Fürst stritt vmb den sieg, aber seine trabanten vn̄ vnderthanen fochten für in. Sie strebten ongeursacht nach kriegen, vnnd was inen nit wolwan̄ sie ruͤwig vnd onkrieg waren. Es ward einer für ein liederlichen man̄ geachtet/ wann er etwas mit arbeit uberkam/ das er wol mit blut hett mögen ero-bern. Wan̄ sie gar kein krieg hatten, so gaben sich die sterckesten vff essen vn̄schlaffen, vnd liessen die weiber vnd die alten das hauß vnd hie ecker verse-hen, Ir